Dr. Simone Gold, Gründerin von „America’s Frontline Doctors“, dem amerikanischen Pendant zu „Ärzte für Aufklärung“ hielt Mitte Januar eine Rede in Washington, in der sie die Menschen dazu aufforderte, sich gegen eine Impfung mit dem Coronavirus-Impfstoff zu entscheiden. „Sie sollten sich nicht impfen lassen, wenn Sie kein experimentelles biologisches Mittel verabreicht bekommen möchten, das täuschend als Impfstoff bezeichnet wird. Lassen Sie sich nicht zur Impfung drängen“, rief Gold bei einer Kundgebung vor dem Weißen Haus.

Gold ist Notärztin und hat in den letzten sechs Monaten viel Zeit damit verbracht hat, für das natürliche Medikament Hydroxychloroquin zu werben. Chloroquin und Hydroxychloroquin wurden schon Anfang 2020 zur Behandlung von COVID-19 in Betracht gezogen. Eine im gleichen Monat vorgelegte klinische Studie aus Marseille kam zu positiven Ergebnissen bei der Behandlung von COVID-19-Patienten mit Hydroxychloroquin.

Geschäft mit der Krankheit

In dem Vortrag vor dem weißen Haus sprach sie über das Geschäft mit der Krankheit, an dem Pharmafirmen seit Jahrzehnten verdienen. Sie erinnerte daran, dass der Covid-Impfstoff nicht ausreichend getestet worden ist, da einfach die Zeit dafür bisher nicht vorhanden war und dass jeder, der sich impfen lässt, an einem weltweiten Experiment teilnimmt, das noch ungeahnte Auswirkungen haben kann.

Gold sagte auch, dass sie den Impfstoff nicht als „Impfstoff“ bezeichnet, sie nutzte stattdessen das Wort „Experiment“, da es sich um ein solches handelt.

Der Impfstoff ist ein Experiment

„Verwenden Sie immer das Wort „Experiment“, wenn Sie darüber sprechen. Immer!“, forderte sie schon am 3.1.21 vor einem begeisterten Publikum in der Rodney Howard-Brownes Kirche in Tampa Bay, Florida. „Die Sozialisten gewinnen sonst die Sprachkriege.“

Die Kirche von Howard-Browne ist ein geeigneter Ort für diesen jüngsten Kampf im Krieg um die Sprache und Wissenschaft der Coronavirus-Pandemie. Howard-Browne, ein Evangelist teilt seinen Anhängern seit mindestens März 2020 die Wahrheit über die Hintergründe von Covid-19 mit. Er nennt Covid-19 eine „Phantomplage“, die unter anderem dazu beitragen soll, kleine Unternehmen aber auch Kirchen für immer zu schliessen. Howard-Browne wurde im März 2020 wegen Verstoßes gegen die Corona-Vorschriften willkürlich verhaftet, da er seine Anhänger ermutigt hatte, sich wieder zum Gruß die Hand zu geben. Die Staatsanwaltschaft ließ die Anklage später dann fallen, weil er die Richtlinien zum Mindestabstand sehr wohl beachtet hatte.

Eine klinische Studie aus Marseille kam in Bezug auf Hydroxychloroquin ebenfalls zu positiven Ergebnissen bei der Behandlung von COVID-19-Patienten. Ende März 2020 wurden zudem Ergebnisse einer Studie an 62 überwiegend mild erkrankten Patienten an der Universitätsklinik Wuhan veröffentlicht. In der mit Hydroxychloroquin behandelten Gruppe besserte sich die Lungenentzündung binnen fünf Tagen bei 25 von 31 Patienten.

Hydroxychloroquin-Studie in Deutschland

In Deutschland genehmigte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am 25. März 2020 eine klinische Phase-III-Studie mit Hydroxychloroquin. Bis 10. April 2020 hatte das BfArM sogar vier klinische Studien mit Hydroxychloroquin genehmigt. In zwei dieser Studien wurden Personen mit leichter COVID-19-Erkrankung ambulant behandelt, die beiden anderen Studien schlossen moderat bis schwer erkrankte, stationär behandelte Patienten ein.

Hydroxychloroquin war auch Teil einer im März 2020 begonnenen „Solidarity“-Studie der Weltgesundheitsorganisation, in deren Rahmen auch Lopinavir/ Ritonavir und Remdesivir getestet wurden. Am 25. Mai 2020 gab die Weltgesundheitsorganisation dann jedoch überrachend bekannt, dass Studie mit Hydroxychloroquin vorerst gestoppt wird. Angeblich hätten Sicherheitsbedenken bestanden.

Die WHO berief sich dabei auf eine Studie, die bei The Lancet Quelle erschienen war und die zu dem Schluss kam, dass für den Einsatz von Hydroxychloroquin und Chloroquin kein Nutzen belegt werden könne, stattdessen aber anbeblich schwere Nebenwirkungen zu erwarten seien. Eine Nebelkerze, wie sich herausstellte, denn aufgrund technischer Fehler wurden die Ergebnisse der Lancet-Studie schnell angezweifelt, bis die verantwortlichen Autoren die Studie mit den Warnungen zu Hydroxychloroquin wieder zurückzogen. Die Studie wies eklatante Mängel auf und Zahlen waren nicht plausibel. In der Folge nahm die WHO ihre Studien zur Wirksamkeit des Medikaments wieder auf.

Notfallzulassung im Juni

Am 15. Juni gab die FDA eine Notfallzulassung für Hydroxychloroquin / Chloroquin bei Patienten mit COVID-19 heraus, zur gleichen Zeit wurden die Studien der WHO eingestellt.

Chloroquin beziehungsweise Hydroxychloroquin wurde Anfang 2020 auch in den vorläufigen belgischen Behandlungsrichtlinien sowie den südkoreanischen Richtlinien für COVID-19-Patienten empfohlen.

Das brasilianische Gesundheitsministerium veröffentlichte am 22. Mai 2020 eine Empfehlung für Ärzte zur Behandlung von Covid-19 mit Hydroxychloroquin. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro wurde, nachdem er positiv auf Covid-19 getestet worden war, im Juli 2020 mit Hydroxychloroquin behandelt. Ende Mai 2020 erklärte der indische Rat für Medizinische Forschung (ICMR), dass er Hydroxychloroquin für die Prophylaxe empfehle. Es verursache „keinen Schaden“ und „könne vielleicht Nutzen haben“.

Viele Länder setzen auf Hydroxychloroquin

Hydroxychloroquin ist in verschiedenen afrikanischen Ländern das Mittel der Wahl. Marokko, Nigeria, Senegal, Algerien und der Tschad verwenden Hydroxychloroquin zur Covid-19 Vorbeugung. Marokkos Gesundheitsminister Khalid Ait Taleb erklärte, dass durch den Einsatz von Hydroxychloroquin in Marokko Todeszahlen wie in Europa effektiv verhindert werden konnten.

Seit dem 3. April 2020 konnte man in Deutschlands Apotheken Hydroxychloroquin-haltige Arzneimittel zur „Sicherstellung der Versorgung von chronisch kranken Patientinnen und Patienten“ vorübergehend nur noch begrenzt erhalten. Auch Privatrezepte und die Abgabe an Ärzte für den Eigengebrauch waren davon betroffen.

(AA)