Auch Bad Hofgastein ist ab Freitag 0 Uhr im Corona-Knast.

Ab heute Mitternacht werden die beiden Salzburger Gemeinden, Bad Hofgastein und Radstadt im Corona-Knast sein! Ähnlich wie die Tiroler ihr Bundesland, dürfen die Hofgasteiner und Radstädter auf Anordnung der Salzburger Landesregierung nur noch mit negativem Corona-Test ihren Ort verlassen. 

Weil in Bad Hofgastein derzeit – laut Antigen-Testungen – 93 Personen mit dem Corona-Virus infiziert sein sollen und in Radstadt 64 Einwohner positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, werden die Orte ab heute Nacht durch das österreichische Bundesheer abgeriegelt. Die Einheimischen dürfen die Ortschaften nur noch mit negativem Corona-Test-Beleg verlassen.

WOCHENBLICK fragte nach

Wir hörten uns in Bad Hofgastein um. Erst kürzlich wurde einer der örtlichen Kindergärten für 14 Tage geschlossen, weil zwei Kindergärtnerinnen positiv via Antigen-Test auf das Corona-Virus getestet wurden. Eine schwierige Situation für die Eltern: Sie können ihre Kinder, die nun als „K1-Kontaktperson“ gelten, nicht in Betreuung geben! Noch heute Abend wird das Bundesheer anrücken, um Bad Hofgastein – ebenso wie Radstadt – abzuriegeln und Ein- sowie Ausreisende auf negative Corona-Tests zu kontrollieren.

Hofgasteiner verzweifelt

Mit der Einschließung des Ortes erwartet die Hofgasteiner nun noch in vielen Fällen eine zusätzliche Schwierigkeit zum bestehenden Kinder-Betreuungsproblem.

Ein Hofgasteiner berichtete gegenüber dem WOCHENBLICK: „Das ist doch alles widersinnig. Wenn das alles so gefährlich ist, warum sperrt man dann nicht sofort ab? Und warum nicht gleich richtig? Im Endeffekt kann ja trotzdem jeder in den Ort hineinfahren, die Durchreise ist ja gestattet. Für uns Hofgasteiner ist der Schaden aber enorm! Vor allem für die Pendler ist das eine furchtbare Situation!“

Viele Gasteiner arbeiten außerhalb des Tals und pendeln täglich in die nächstgelegenen Orte und Städte oft bis in die Stadt Salzburg. Denn abseits der (momentan ohnehin geschlossenen) Hotellerie und Gastronomie gibt es kaum Arbeitsmöglichkeiten in der Tourismusregion. Aufgrund der oft weiten Wegstrecken müssen sich die Pendler sehr früh auf ihren Weg in die Arbeit begeben und meist kommen sie erst spätabends zurück nachhause.

Sie sind verzweifelt: Ihnen ist es nicht möglich, innerhalb der Apotheken-Öffnungszeiten Corona-Tests zu absolvieren. Die Pendler befinden sich damit in einer Zwickmühle, manche sehen ihren Arbeitsplatz gefährdet.

Das auch noch: Skilifte schließen

Bisher hatten es die Gasteiner vergleichsweise gut. Sie konnten  – zumindest am Wochenende – im Skigebiet Stubnerkogel-Schlossalm Skifahren und Snowboarden. Dieses Wochenende schließen aufgrund der Corona-Sperre auch noch die Lifte frühzeitig. Damit entfällt eine weitere Freizeitmöglichkeit für die leidgeplagten Gasteiner, die aufgrund des Lockdowns zu einem großen Teil in Kurzarbeit sind.

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