„Die Regierung lässt uns im Regen stehen. Die Sonntagsreden der Minister helfen uns nicht!“, klagt FPÖ-Bauernsprecher Peter Schmiedlechner. Deswegen wird auch er am Samstag am Taxi- und Bauern-Korso (Wochenblick berichtete) in Wien teilnehmen, um um 13 Uhr auf dem Wiener Heldenplatz unter dem Motto „Kurz muss weg!“ gegen die Corona-Politik der Regierung zu demonstrieren.

Auch FPÖ-Generalsekretär, Michael Schnedlitz, kündigte bereits seine Teilnahme an der Großdemo an. Warum Schmiedlechner seinen Protest nun – statt wie gewohnt im Parlament – auf der Straße auslebe, wollte der Wochenblick wissen: „Meine Vorschläge für einen Agrar-Rettungsschirm wurden von der Regierung nicht angenommen. Ein eigenes Konzept ließ die Regierung aber gleichzeitig vermissen!“, ärgert sich der Bauernvertreter.

Tausende Teilnehmer erwartet

Tausende Teilnehmer werden bei der Großdemo auf dem Wiener Heldenplatz erwartet. Neben einer Vielzahl an Bauern, die am Samstag ihrer Wut in einem Korso aus Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen in die Landeshauptstadt Ausdruck verleihen wollen, kündigten sich auch Wiens Taxler für die Demo an. Der Obmann des Wiener Taxi Vereins, Osman Dogan, bestätigte gegenüber dem Wochenblick: „Als Wiener Taxler wollen wir diese Demo unterstützen.“


„Desaströse Situation“ für heimische Bauern“

Dabei ließ Schmiedlechner nicht locker: „Immer wieder habe ich auf die desaströse Situation der Bauern und allen voran der Schweine- und Rinderhalter hingewiesen! Alle Landwirtschaftssparten leiden unter der Corona-Krise. Die heimischen Bäuerinnen und Bauern haben durch die geschlossene Gastronomie ihre Großabnehmer verloren und die Preise sind auf nie dagewesenes Niveau gesunken, die Betriebsmittel und andere Kosten sind gleichgeblieben oder gestiegen“, erklärte Schmiedlechner die Belastungen der Landwirte durch die Corona-Krise.

Bauern: Durchschnittliches Monatseinkommen bei 916 Euro

Dabei sei die Situation bereits 2019 schlimm gewesen, erklärt Peter Schmiedlechner. Laut einem Bericht erwirtschafteten die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im Durchschnitt nicht einmal 30.000 Euro im Jahr bei 1,43 Arbeitskräften. „Das ist zu wenig zum Überleben! Um es plastisch darzustellen: die Bauern in Österreich müssen im Durchschnitt mit einem Monatslohn von nur noch 916 € klarkommen!“, erklärte Schmiedlechner die Ausgangssituation der Bauern vor den einschneidenden Corona-Maßnahmen.

Gastro-Ruin reißt Bauern mit

„Und dann kam die Corona-Krise. Die Gastronomie wurde immer wieder geschlossen und aufgemacht, damit hat man viele Lokale an den Rand des Ruins getrieben und die Lieferanten leiden selbstverständlich mit. Die Regierung übt sich im Pressekonferenzen abhalten, Lösungen hat sie aber keine!“, so der Freiheitliche.

„Sollen wissen, dass wir es ernst meinen“

Für Schmiedlechner ist das nicht einzusehen. Gemeinsam mit anderen Bauern wird er von Niederösterreich aus nach Wien ziehen, denn: „Diese Show-Politik hilft keinem. Die Regierung soll ruhig wissen, dass wir es ernst meinen und für unsere Existenz kämpfen werden.“, zeigt sich der Bauernvertreter kämpferisch.

Mit dem Traktor aus dem Burgenland

Unterstützung wird Schmiedlechner am Samstag auch von Burgenlands FPÖ-Bauernobmann, Thomas Karacsony, erhalten. Auch er kündigte seine Teilnahme an der Großdemo gegen die türkis-grüne Corona-Politik an.

Er und sein Traktor stehen für Samstag bereit, wie er dem Wochenblick anhand eines Fotos wissen ließ: