Mit einer manipulierten Test-Strategie scheinen Politiker zuerst ihre verschärften Maßnahmen durchzubringen – um sie dann im Umkehrschluss ebenso zu rechtfertigen. Zu diesem Eindruck kommt man jedenfalls, wenn man die Rohdaten aus der Schweiz besieht. Diese wurden unlängst in einem offenen Brief der Schweizer Mediziner-Gruppe „Aletheia“ veröffentlicht, die auch sonst mit interessanten Fakten aufwarten kann und zahlreiche Corona-Mythen widerlegt. 

Auf achtunddreißig Seiten dekonstruieren die Ärzte und Forscher – und zwar per Rückgriff auf wissenschaftliche Studien und Fachmeinungen von Koryphäen der Epidemiologie – die gesamte Corona-Politik in ihrem Land und somit auch in den meisten anderen europäischen Ländern. Ein Herzstück ist dabei die Darstellung inwiefern die jeweiligen Maßnahmen am Ziel vorbei schossen. Während einiges altbekannt ist, sind viele der insgesamt sechzehn fundierten Einwände auch neu: Etwa, dass die Lockdowns und weitere Verschärfungen offenbar gezielt „herbeigetestet“ wurden.

Offensive begründete Lockdown, Flaute rechtfertigte ihn

Dies zeigen die Schweizer Rohdaten im Vergleich mit der Einführung restriktiverer Maßnahmen in der 12., 27., 37. und 44. Kalenderwoche, wobei es zweimal um den Erlass eines landesweiten Lockdowns, einmal um die Maskenpflicht und einmal um die Verabschiedung eines Corona-Maßnahmengesetzes ging. Unterschiedliche Maßnahmen – die aber eines gemein haben: In den Wochen zuvor nahmen die Testungen zu, erreichten ihren Höhepunkt bei deren Einführung und sanken danach wieder rapide ab.

Dies belegt nach Ansicht der Mediziner“ ein hohes und effizientes Manipulationspotential“. Je mehr Tests, desto mehr Testpositive, mit allen Folgen: „Das erweckt den Eindruck, als ob das Infektionsgeschehen in der Bevölkerung zunimmt.“ Und im Umkehrschluss: „Vermindert man nach Einführung von Maßnahmen die Tests sieht es so aus, als ob die Maßnahmen gewirkt hätten, weil logischerweise auch die positiven Fälle abnehmen.“ Und der Schweizer Befund ist kein Einzelfall – die Rohdaten aus über 40 Ländern würden eine ähnliche Tendenz andeuten.

Weite Teile der Bevölkerung könnten längst immun sein

Zwar würden „diese Resultate über Infektionen nichts aussagen“, dennoch würden sie „benutzt, um die Strategie des Bundes zu rechtfertigen.“ Der Grund, warum dies funktioniere, sei, weil das Virus verbreiteter sei als die Möglichkeit, sich testen zu lassen. In Verbindung mit Kreuzimmunitäten gehen die Mediziner davon aus, dass bereits über 80 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 immun sein könnten.

Sie verweisen zwar darauf, dass es keine belastbaren Daten gab. Schützenhilfe für diese Argumentation bietet ihnen nun aber ausgerechnet eine Studie aus Österreich. Denn wie sogar der ORF berichtet, legt eine im Tiroler Ort Ischgl durchgeführte Feldstudie nahe, dass womöglich schon über 3,6 Millionen Österreicher – also über mehr als jeder Dritte – gegen das Virus immun seien.

Dies ergebe sich aus der Hochrechnung der dort ermittelten Letalität von 0,23 Prozent – bei 8.317 (Stand: 23.2.21)  mit Corona in Zusammenhang gebrachten Toten also etwa das Achtfache der „offiziellen“ fast 450.000 Testpositiven. Auch andere Simulationsforscher gehen von einer „Durchseuchung“ von zumindest 15 Prozent aus, selbst dies würde eine hohe Dunkelziffer bedeuten, auch hier würden die offiziellen Zahlen nur ein Drittel der mutmaßlichen Immunität ausweisen.

Auch Reproduktionszahl ging von alleine zurück

So oder so: Hatte man dann einmal die positiven Tests für den Lockdown zusammen, war dieser zumindest in der Schweiz ziemlich wirkungslos. Aletheia verweist hier auch auf eine Studie des renommierten US-Forschers John P. Ioannidis, der gemeinsam mit seinen Kollegen an der Elite-Uni Stanford unlängst nachwies, dass der Verlauf der sogenannten Pandemie in Ländern mit starken Lockdowns wie Spanien nicht sanfter ausfiel als in solchen, die wie Schweden oder Südkorea weitgehend auf harte Maßnahmen verzichteten. Das ist dem geneigten Wochenblick-Leser spätestens seit unserer ausführlichen Analyse seiner Studien geläufig.

Weniger bekannt ist manchem kritischen Geist aber vielleicht, dass die vom Mainstream gerne als aussagekräftig zurechtgelegte Reproduktionszahl bereits bei der Einführung der Lockdowns in der Schweiz rückläufig war. Das Fazit von Aletheia hier: „Mit keiner der durchgesetzten Maßnahmen konnte man den Verlauf der Virusausbreitung eindämmen. Die Abnahme der Hospitalisationen wie Todesfälle hat jeweils lange vor dem Einsetzen der Maßnahmen begonnen.“ Diese hätten „immensen Schaden“ verursacht, jedoch „keinen nachweisbaren Nutzen“ – und seien somit „unverzüglich auszusetzen“.

Mutationen könnten Impfung sinnlos werden lassen

Absolut kein Verständnis haben die Mediziner zudem dafür, dass Regierungen derzeit das vermehrte Auftreten von Corona-Mutationen als Grund für weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen hernehmen. Dabei liege die Veränderung des Virus-Erbguts in der Natur der Sache: „Viren mutieren. Dies ist eine den Viren innewohnende Eigenschaft.“

Hierbei gelte: Während man stabilen Viren wie Polio- oder Masernviren mit einer Impf-Kampagne beikommen könnte, sei dies für instabilere Viren wie die saisonale Grippe anders. Diese würden trotz breiter Impfstrategien alljährlich wieder auftauchen. Und: „Aus denselben Gründen werden wir höchstwahrscheinlich das SARS-CoV-2 Virus auch mit der Gen-basierten Impftechnologie nicht eliminieren können.“

Verschärfungen wegen Mutationen nicht gerechtfertigt

Die Furcht vor den Mutationen sei aber ohnehin unangebracht. Selbst jene, für welche eine höhere Infektiosität vorliege, würden keinerlei Hinweis auf stärkere Verläufe liefern. Keinerlei Daten würden auf höhere Krankenhaus- oder Sterblichkeitsraten hinweisen. Somit seien „Verschärfungen der sowieso schon fragwürdigen Maßnahmen aufgrund dieser Mutanten sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht gerechtfertigt.“

Der offene Brief der Ärzte und Forscher von „Aletheia – Medizin und Wissenschaft für Verhältnismäßigkeit“ kann auf deren Homepage in voller Länge kostenlos eingesehen werden.