Bekanntlich zeigte bereits der erste Lockdown im Frühjahr, wie gefährlich für die Entwicklung am Arbeitsmarkt das Zusperren des öffentlichen Lebens ist. Zeitweise kletterten die Arbeitslosenzahlen auf über eine halbe Million – ein Rekordwert in der Nachkriegszeit. Nachdem sie sich in den Monaten danach nicht wirklich erholten, setzt die Statistik wieder zu neuen „Höhenflügen“ an.

Die aktuellen Zahlen für den Dezember 2020 – die Effekte des dritten Lockdowns nach Weihnachten sind da noch nicht eingerechnet – schockieren. Über 520.000 Menschen waren in Österreich ohne Arbeit oder in Schulungen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das mehr als 27 Prozent. Aber auch im Vergleich zum Oktober findet sich ein ähnlicher Anstieg. Um fast 100.000 Menschen mehr waren zum Jahresende ohne Beschäftigung als noch vor Allerheiligen.

Regierung kreiert mit Sperrungen Arbeitslosen-Rekorde

423.750 Personen waren Ende Oktober ohne eine geregelte Arbeit – diese Statistik vor dem „Lockdown light“ wäre noch vor wenigen Jahren bereits undenkbar gewesen. Und sie zeigen, dass sich der Arbeitsmarkt nur langsam erholt, denn auch fünf Monate nach dem Ende der ersten Sperrung weiter Teile des Landes waren die Zahlen höher als „vor Corona“. Nur zwei Monate später sind es noch einmal 97.000 Personen mehr.

Zwar scheint das in absoluten Zahlen nicht viel – aber vielen Unternehmen geht es zusehends an den Kragen. Erst dieser Tage wurde etwa publik, dass die Modekette Adler Insolvenz anmelden muss – Wochenblick berichtete. Wenn die Pleitewelle erst so richtig rollt, könnten auch die Rekordzahlen aus dem Frühjahr schnell fallen. All dies wegen einer Krankheit, bei welcher der Altersschnitt der Toten schon im April bei 80 Jahren lag – und dies auch in der sogenannten „zweiten Welle“ tut.

Tourismus-Bundesländer besonders hart getroffen

Dass der scharfe Anstieg kein statistischer Ausreißer ist, zeigt sich in den Detailzahlen. Denn gerade die stark vom Tourismus geprägten Bundesländern wie Tirol und Salzburg müssen einmal mehr brutale Anstiege der Arbeitslosigkeit hinnehmen. In der Hotellerie und in der Gastronomie dürfen die Betriebe mittlerweile seit über zwei Monaten nicht mehr für den alltäglichen Kundenverkehr aufsperren.

Und der Hut brennt. Denn in Tirol – der Anstieg zu Dezember 2019 liegt bei 129,5 Prozent – waren mit über 40.000 Menschen etwa 12.000 mehr ohne Job als noch Ende Oktober. Das ist ein Anstieg von mehr als vierzig Prozent. In Salzburg ist es sogar noch schlimmer, das Anwachsen der Joblosen von um von über 17.000 auf mehr als 26.000 Personen ist ein Zuwachs um mehr als die Hälfte.