In Oberösterreich hatten wir das Privileg des Vorkosters. Nach Infektionen bei Rückkehrern aus dem Heimaturlaub am Balkan durften wir unser Gesicht erneut verschleiern.

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Mittlerweile will Kurz aber allen Österreichern eine zweite Welle der Verhüllung schmackhaft machen – mitten im Sommer. Dass er als Kanzler nicht verantworten will, dass unsere Heimat erneut zum Viren-Drehkreuz Europas wird, kaufe ich ihm sogar noch ab. Gleichzeitig kommt es wohl nicht ungelegen, das Praktische und das Nützliche zu verbinden.

Geschäfte im ÖVP-Umfeld hinterlassen Geschmäckle

Wie der Wochenblick bereits Anfang Juni aufdeckte, gründete der Mann der Büroleiterin des Kanzlers unlängst eine Firma, die monatlich bis zu 25 Mio. Schutzmasken herstellen will – auch für die öffentliche Hand. Schon in Oberösterreich ging ein solcher Millionenauftrag des Landes just an einen ÖVP-Wahlkampfmanager.

Für alle Beteiligen gilt die Unschuldsvermutung, ein Geschmäckle hat die Sache trotzdem. Da gibt es bundesweit keine 1.500 aktiven Fälle, und fast neun Millionen Österreicher dürfen in den sauren Apfel beißen. Größte Profiteure sind Personen im Umfeld der Mächtigen.

Glaube an Zufälle schwindet täglich

Natürlich gibt es Zufälle. Einzig, in einem Land, in dem ÖVP-Politiker einen Untersuchungsausschuss leiten können, in dem sie selbst eine Auskunftsperson sind und Beamte in türkisen Ministerien sich selbst für Posten in staatsnahen Betrieben empfehlen, fehlt der Glaube daran mit jedem Tag etwas mehr.