Nach dem Vorbild Israels, ungeimpften Personen ihre Grund- und Freiheitsrechte sowie die Teilhabe am sozialen Leben zu verweigern, preschte ÖVP-Kanzler Kurz vor, um – seinem Mantra der Freiwilligkeit zum Trotz – bei seinen EU-Amtskollegen für eine rasche Übernahme des Systems zu werben. Und tatsächlich: Dort nimmt man die Idee mit Wohlwollen auf. Nicht so hingegen bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO). 

Diese – sonst eigentlich nicht unbedingt als Bremserin harter Regeln und Empfehlungen in der sogenannten Pandemie bekannt – kann dieser Idee nur wenig abgewinnen. Zwar sei eine solche Einführung „wohl unvermeidlich“, aber empfehlen könne man das Vorgehen keineswegs von WHO-Seite. Denn bislang sei etwa unsicher, wie lange die Immunität nach einer Covid-Impfung anhalte. Weiters sei unklar, ob der Impfstoff überhaupt verhindern kann, dass man andere Menschen mit dem Coronavirus ansteckt.

EU-Staatschefs von allen Bedenken unbeirrt

Damit bestätigt nun ausgerechnet die WHO die Einwände von Kritikern der umstrittenen Impfung. Bereits in der Vorwoche hatte die internationale Organisation damit aufhorchen lassen, dass sie angesichts weltweit sinkender Fallzahlen mit einem allmählichen Ende der Pandemie rechnetWochenblick berichtete. WHO-Regionaldirektor Hans Kluge wiederholte seine Einschätzung erneut.

Für die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder ist das alles aber dennoch kein Grund auf die Bremse zu steigen. Schon innerhalb von drei Monaten will man die technischen Voraussetzungen schaffen, damit Geimpfte fälschungssicher europaweit nachweisen können, dass sie eine Impfgabe erhielten oder bereits eine Infektion hinter sich hätten. Kurz und seine EU-Kollege versuchen den Bürgern die Aussicht mit einer Rückkehr der Reisefreiheit innerhalb Europas schmackhaft zu machen.

„Grüner Impfpass“: Datenschützer schlagen Alarm

Schon zuvor hatten auch Datenschützer ihre Bedenken zum Vorstoß angemeldet. Dass die geplante App als Zutrittskontrolle für Kinos oder Restaurants oder dafür, das Land zu verlassen dienen könne, ist Thomas Lohninger, einem Experten von epicenter.works, einer NGO für digitale Grundrechte, zufolge, ein „Datenschutz-Super-GAU.“

Auch der Obmann der ARGE Daten, Hans Zeger, warnte vor dem totalitären Potenzial des grünen Impfpasses: „Nordkorea und China würden sich das nicht trauen.“ Letzteres habe zwar andere strikte digitale Zutrittsbarrieren für seine Bürger. Allerdings behaupte das ostasiatische Land im Gegensatz zur EU ja auch nicht, sich an Grundrechte zu halten.

Digitaler Impfnachweis im Konzept der Globalisten

Und die Möglichkeiten, mit einem solchen System Schindluder zu treiben sind enorm. Die Gesundheits- und Bewegungsdaten von Abermillionen Bürgern würden somit an Firmen und andere Dritte gelangen können. Die Sorge, dass Versicherer und Kreditinstitute irgendwann Zugriff auf diese Informationen erhalten könnten und ihre Dienstleistungen darauf abstimmen, wird wohl ebenfalls nicht so leicht hinweg zu wischen sein.

Einige Kritiker vermuten in diesem Vorstoß auch eine Verbindung mit den Plänen der Initiative „ID2020“, die weltweit jedem Bürger eine digitale Identität verpassen will. Bei deren Begründung war IT-Mogul Bill Gates einmal mehr treibende Kraft. Dessen Stiftung ist auch bei der Impfstoff-Verteilung federführend beteiligt. Auch das Weltwirtschaftsforum, dessen Gründer Klaus Schwab die Idee eines „Great Reset“ zugunsten der Globalisten ins Spiel brachte, befürwortet die Idee eines digitalen Impfpasses.

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