Meldungen über ominöse Todesfälle und Blut-Komplikationen, nach der Verabreichung des Impfstoffes von AstraZeneca häufen sich. Österreich nahm deshalb eine bestimmte Charge aus dem Programm, Bundeskanzler Sebastian Kurz will sich dennoch damit impfen lassen. In Italien werden nun sechs Todesfälle untersucht. Gegen den AstraZeneca-Chef wird wegen Fahrlässigkeit ermittelt. 

Von Kornelia Kirchweger

Stopp in neun europäischen Ländern

Neun europäische Länder, zwei Länder aus Afrika, in Asien Thailand und Indien stoppten nun vorläufig den Einsatz von AstraZeneca. Irland seit kurzem, wobei es betonte, ein Zusammenhang zwischen der AstraZeneca-Impfung und Blutgerinnungs-Problemen sei nicht erwiesen. Dänemark war das erste europäische Land, das nach Berichten über Blutklumpen-Bildung und einem Todesfall reagierte. Norwegen ist seit einigen Tagen mit ähnlichen Fällen konfrontiert. Auch Island, Bulgarien, Luxemburg, Estland, Lettland und Litauen ergriffen, deshalb, ähnliche Maßnahmen.

Italien: Ermittlung in sechs Todesfällen

In Italien wurde ein Lehrer 10 Tage nach der AstraZeneca-Impfung tot im Bett aufgefunden. Die italienische Justiz ermittelt in diesem und in fünf weiteren Todesfällen, die mit dieser Impfung zusammenhängen könnten – darunter jene von zwei Militärangehörigen und einem Polizisten auf Sizilien. Seit Bekanntwerden dieser Fälle melden sich tausende Menschen  in Italien für Impfungen mit AstraZeneca ab – vor allem Sicherheits- und Lehrpersonal. Die betroffene Charge wurde aus dem Programm genommen, sie ging auch an sieben andere EU-Länder.

Afrika und Asien reagieren

Angesichts all dieser Meldungen verschob auch die Demokratische Republik Kongo ihren für Montag geplanten AstraZeneca-Impfbeginn. Kongo hat 1,7 Mio Dosen dieses Serums erhalten. Südafrika ging diesen Schritt bereits im Februar, allerdings wegen „enttäuschender Resultate“ gegen die neue Corona-Virus-Variante. In Tests bei 2.000 Personen stellte sich heraus, dass diese Impfung nur einen minimalen Schutz für milde oder moderate Fälle biete. Indien kündigte am Samstag eine Prüfung des Serums auf Nebenwirkungen an, im Land gab es bisher keine Probleme. Thailand hat ebenfalls aus Sicherheitsbedenken, die Impfung mit dem Serum von AstraZeneca vorläufig verschoben.

WHO, EU-Behörde und AstraZeneca: kein Problem

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) und Weltgesundheitsorganisation sehen keinen Zusammenhang zwischen der AstraZeneca-Impfung und Blutgerinnseln und raten von einem Impfstopp ab. Hingegen wies die zuständige Behörde in den USA (FDA) schon im Vorjahr darauf hin, Bluterkrankungen könnten eine mögliche Folge einer Covid-19-Impfung sein. Wochenblick berichtete.

Rund 5 Millionen Menschen in Europa haben laut Medienberichten bisher eine AstraZeneca-Impfung erhalten. Laut AstraZeneca wurde der Impfstoff in Phase-3-Studien eingehend untersucht und von Experten überprüfte Daten bestätigen, dass die Impfung „im allgemeinen gut verträglich“ sei.