„Mit Herz und Verstand.“ – Das ist das Motto des Tauernklinikums im salzburgischen Pinzgau. Wie jetzt bekannt wurde, werden „Herz und Verstand“ jedoch demnächst zu einem großen Teil in Kurzarbeit geschickt. Grund: Durch die Corona-Politik fehlen der Klinik die Patienten. Offiziell heißt es, das Wegfallen der – normalerweise – zahlreichen Skitouristen habe zur Spitals-Flaute geführt. Aufgrund des dadurch erregten, großen Unmuts in der Region werden nun Alternativen diskutiert.

Um einen Verlust von rund 20 Millionen Euro zu vermeiden, entschied sich das Pinzgauer Tauernklinikum dazu, 550 Mitarbeiter (was der Hälfte aller Mitarbeiter entspricht) mit 1. März in Kurzarbeit zu schicken.

Pinzgauer wundern sich: Mega-Flaute statt Corona-Kollaps

Die Entscheidung sorgte für viel Unmut in der Region. Viele Leute fragen sich, wie es denn sein kann, dass nun in der angeblich größten Gesundheitskrise überhaupt, das für die Region so wichtige Krankenhaus derart in seinen Kapazitäten eingeschränkt werden soll. Die Pinzgauer fragen sich: Was ist jetzt mit den angeblich überlasteten Intensivstationen, wo sind die unzähligen Corona-Patienten? Und wie soll das Spital diesen nun Herr werden, wenn es 50% seiner Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt hat?

Fragwürdiges Tourismus-Argument

Die offizielle Begründung lautet, dass das Klinikum durch das Wegfallen des Skitourismus zu wenige Patienten habe. Allerdings wäre die Skisaison im Salzburger Pinzgau ohnehin Mitte März zu Ende. Von da an beginnt in der Region regulär die sogenannte „tote Saison“, in der es kaum Touristen gibt. Der Sommertourismus beginnt in der Region in der Regel erst wieder im Juni. Das Tauernklinikum kann dementsprechend auch abseits der Corona-Touristen-Flaute im Frühling sowie im Herbst kaum Touristen behandeln. Gleichzeitig ist bekannt, dass viele Krankenhäuser ihren Patienten aufgrund der Covid-Angst ihren Patienten die Behandlung verweigern. 

Suche nach alternativen Lösungen

Aufgrund des großen Unmuts in der Bevölkerung und unter der Belegschaft (das Krankenhaus ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region) sucht die Regionalpolitik nun das Gespräch mit der Krankenhausführung. Derzeit werden alternative Lösungen diskutiert. So könnten etwa Operationen und Kapazitäten des Salzburger Landeskrankenhauses auf das Tauernklinikum ausgelagert werden. So könnten viele Arbeitsplätze doch noch aufrechterhalten werden.

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