Scheibchenweise präsentiert uns die türkis-grüne Bundesregierung immer neue Einschränkungen – angeblich nur bis 7. Februar. Andererseits spricht Bundeskanzler Kurz von „zwei bis drei harten Monaten“. Dabei wird klar, dass auf Befehl des Auslands gehandelt wird, wie man auch völlig offen kommuniziert. In der neuesten Verordnung von Bildungsminister Fassmann ist gleich ein Geltungszeitraum bis 26. März vorgesehen – so lange werden die Planspielchen am Rücken der Schüler und Eltern also noch mindestens dauern. 

Ein Kommentar von Willi Huber

Die wenigen widerständigen Satiriker und Kabarettisten Österreichs, die nicht auf ein Engagement im ORF hoffen dürfen, scherzen spätestens seit diesem Wochenblick-Artikel: Wer wissen will, wie lange der Lockdown dauert, muss eben auf der Homepage von Herrn Ho nachsehen (dieser dementierte übrigens vehement). Offiziell führt die Regierung die Politik der kleinen Schritte fort. Man rechnet im Beraterstab des Bundeskanzleramtes offenbar damit, dass die Bevölkerung vergesslich und wohl auch dumm ist. Wenn man sie immer nur eine Woche beziehungsweise die berühmten 10 Tage lang hinhält, kann man das Spiel vielleicht bis Jahresende und darüber hinaus spielen.

Nun trat am 15. Jänner die 19. Verordnung des Bildungsministers zur Bewältigung der COVID-19 Folgen im Schulwesen in Kraft. Bislang verlief der Tanz der Ministerien anders. Gesundheitsminister Anschober tanzte vor und gab einen Erlass heraus, Bildungsminister Fassmann tanzte nach. Wer auch immer in den Ministerien diesmal nicht aufgepasst hat oder nicht aufpassen wollte – in der aktuellen Verordnung ist von einer Bestimmung bis 26. März 2021 die Rede. Es geht dabei um den Schul-Lockdown: Zunächst geteilter Präsenzunterricht, der jederzeit wieder zu einem kompletten „Home-Schooling“ umgewandelt werden kann.

Das Spiel geht unbeirrbar weiter

Das „Spiel“, das die Regierung hier mit der Bevölkerung veranstaltet, entspricht auch weiterhin den Planungen, die in dem weithin bekannten Kanada-Leak niedergeschrieben wurden. Der Vollständigkeit halber, unsere sehr geschätzten, völlig unabhängigen und objektiven Faktenchecker beurteilen dieses im Herbst 2020 aufgetauchte Papier als Fake aus dubioser Quelle. Auch wir beim Wochenblick können die Authentizität nicht bestätigen, aber unstrittig ist der Umstand, dass die darin angekündigten Ereignisse mit einer bislang gespenstischen Genauigkeit eintreffen. Beispielsweise:

4. Vollständiger und endgültiger Lockdown (strengere Einschränkungen als noch beim ersten Lockdown). Zeitplan: Bis Ende Dezember 2020-Anfang Januar 2021.

Punkt 5 beschäftigt sich mit der Reform des Arbeitslosengeldes, Punkt 6 beschreibt:

6. Mutation des COVID-19 Virus zu einem gefährlicheren Virus mit dem Namen COVID-21. Der neue Virus leitet eine dritte Infektionswelle mit einer hohen Mortalitätsrate und höheren Infektionszahlen ein. Zeitplan: Bis Februar 2021.

Da wären wir also nun angelangt. Nur bei der Namensgebung entschied man sich vorläufig wohl für B.1.1.7. Ob das daran liegt, dass man die Prophezeiungen dieses und anderer durchgesickerten Drehbücher und Fahrpläne nicht zu exakt erfüllen wollte, ist unbekannt. Recht unterhaltsam sind in dem Zusammenhang „Zufälle“ wie ein von OE24 geführtes Interview, wo sich kein Beteiligter am Begriff COVID-21 stören wollte, der eigentlich in diesem verschwörungstheoretischen Kanada-Leak geprägt wurde. Oder doch nicht? Der US Pharmariese Moderna schlug am 14. Jänner gegenüber Science Business vor, eine Mutation doch einfach COVID-21 zu nennen.

Auf Befehl des Auslands?

Wochenblick hat schon mehrfach minutiös aufgearbeitet, dass der Bundeskanzler seine Maßnahmen und deren Verschärfungen immer mit einem „Anruf aus Israel“ argumentiert. So begann bereits der erste Lockdown. Die Frage ist, weshalb das offizielle Österreich so häufig diese Abfolge der Inszenierung wählt? Das kleine Land liegt 3.500 km von Österreich entfernt, die einzige Gemeinsamkeit ist wohl die ungefähre Bevölkerungszahl. Alleine die unterschiedliche Klimazone und die völlig unterschiedliche internationale Vernetzung machen eine ganz andere Verbreitung eines Corona-Virus wahrscheinlich. Eine legitime Frage, die auch von gut alimentierten, etablierten Medien gestellt wurde.

Telefonate mit Angela Merkel

Die aktuelle Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns kommt vom zweiten – angeblichen – Einflüsterer des Bundeskanzlers: Der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Auch dies nicht zum ersten Mal. Im Oktober geisterte durch die Medien, dass Kurz sich mit Merkel abstimmte. Nun wird verkündet, dass Angela Merkel Sebastian Kurz zu einem harten Corona-Kurs mahnte, welcher auch sofort umgesetzt wurde. Zum Glück trägt Kurz beim Telefonieren Maske, wie man am Beitragsbild sieht, damit die beliebte deutsche Kanzlerin gesundheitlich nicht gefährdet wird.

Für wen arbeitet Kurz wirklich?

Dabei muss man im Auge behalten, dass diese öffentlich zelebrierten „Telefonate mit dem Ausland“ auch nur reine Show sein können. Die jeweiligen Gesprächspartner können genauso auch über das Golfspiel geplaudert haben. Wie es den Kindern geht, wird sich zumindest zwischen Kurz und Merkel nicht als Gesprächsthema anbieten. Erhält Kurz aber tatsächlich Anweisungen von bekannten oder unbekannten Personen im Ausland, sollte man sich in Österreich die Frage stellen, ob mit seinen Handlungen die Interessen der hier ansässigen Wohnbevölkerung tatsächlich gewahrt werden. Die deutsche Zeit sieht ihn jedenfalls als Kanzler bis 2035. Eine Perspektive, die wohl nicht jeder Österreicher erstrebenswert findet.

„Zwei bis drei harte Monate“

Zurück zur Politik der kleinen Schritte. Bundeskanzler Kurz und seine folgsame Regierung arbeiten weiter wie gehabt. Der große Plan wird der Bevölkerung in kleinen Dosen verabreicht, vergleichbar mit der glückseligen Impfung. Nur nicht zu viel auf einmal, das könnte dann etwas weniger bekömmlich sein – wie die Überdosis an Pflegepersonal in Deutschland. Wer genau hinhört, erkennt aber dann doch, wohin die Reise geht: DerStandard schrieb am 17. Jänner: „Kanzler rechnet noch mit „zwei bis drei harten Monaten“.“ Das wird sich mit der aktuellen Story vom Lockdown bis zum 7. Februar wohl nicht ganz ausgehen. Die leere Worthülse vom „nur noch ein wenig durchhalten“ ist weder besonders neu, noch originell. Sie wird im Prinzip durchgehend seit dem März des Vorjahrs gebraucht.

Einen hab ich noch

Völlig unreflektiert übernahmen gut angefütterte heimische Medien die Geschichte von der britischen Virusmutation im Wiener Abwasser. Bei aller Liebe, wer sich vor Augen hält, welche Wassermengen in Wien tagtäglich nicht nur die Donau sondern auch die Abwasserkanäle hinunterlaufen, könnte hier einen kleinen Logikfehler finden. In Wien gibt es zur Zeit angeblich um die 7.600 „aktive Fälle“ – also Menschen mit positivem PCR-Test. Diese stehen einer Wohnbevölkerung von 1,9 Millionen Menschen gegenüber, deren Abwässer sich mit Industrieabwässern und anderen Flüssigkeiten vermischen. Just in einer Stichprobe fanden sich also „britisch mutierte Coronaviren“ in ebendiesen Abwässern, welche die Analyse möglich machen, dass zwei Prozent der testpositiven Wiener (152 Menschen!) die britisch mutierte Variante in sich tragen. Derartige Analysen hätte nicht einmal ein Offizier des Raumschiff Enterprise zu äußern gewagt.

Die anderen sind schuld

Aber nehmen wir mal an, die Corona-Hysteriker hätten Recht und wir leben in der schrecklichsten Pandemie seit 100 Jahren. Wer wäre dann wohl daran schuld, dass nahezu ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie in Wuhan immer noch alle Grenzen offenstehen wie Scheunentore? Wer hätte es zu verantworten, dass tagtäglich zahllose Verkehrsmittel ein- und ausfahren und fliegen und es möglich war, auch diese Mutation ins Land zu bringen? Würde man den Kanzler fragen, wäre die Antwort wie immer klar: Natürlich sind die anderen schuld. Irgendjemand findet sich ja immer.