Der 1. Mai ist das traditionelle Hochfest der Wiener SPÖ – das die Genossen kurzerhand ins Netz verlegten. Die Show stahl ihnen aber gleich in mehrfacher Hinsicht die FPÖ.

Die Sozialdemokratie ist bereits seit einiger Zeit in der Krise, wobei die Inszenierungen am Maifeiertag traditionell über diesen Umstand hinweg täuschen konnten. Weil Corona-Einschränkungen ein physisches Zusammentreffen tausender Menschen derzeit unmöglich machen, gab es erstmals einen Livestream.

Respektable Leistung auf Facebook – Flaute auf YouTube

Und dieser fand auch durchaus einigen Anklang – OE24-TV, W24 und Puls24 übertrugen die Parteiveranstaltung. Auch auf Facebook folgten etwa 50.000 Menschen dem Livestream der fast anderthalbstündigen Aufführung zumindest für einige Zeit. Natürlich: nicht überall erfreut sich der Maiaufmarsch einer solchen Beliebtheit.

Diesen gibt es nämlich auch auf YouTube zum nachschauen – nach sechs Stunden taten dies aber erst etwa 300 Menschen. Bei einigen Teilausschnitten ist das ganze sogar noch frustrierender: Denn sahen innerhalb von fünf Stunden immerhin 33 Personen den Rede-Ausschnitt der Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, hatten mehrere Videos der aufwändig inszenierten „Alltags-Helden“ am Freitagabend überhaupt noch gar keinen Aufruf…

 

1. Mai: Nepp statt SPÖ am Rathausplatz

Zum Held des Tages wurde aber ein anderer: Denn wie oe24 berichtet, stellte sich FPÖ-Vizebürgermeister Dominik Nepp kurzerhand auf den Rathausplatz, der normalerweise den roten Politikern am 1. Mai vorbehalten bleibt. Folglich kommentierte er sein Video auch mit einiger Süffisanz. Er sei der „erste Nicht-Sozialdemokrat, der am 1. Mai am Wiener Rathausplatz eine Rede hält“.

Dreimal so viele Zuschauer bei FPÖ-Livestream

Aber auch das übrige Programm der FPÖ kam bei den Zuschauern offensichtlich besser an. Denn deren ebenfalls über eine Stunde lange Programm erreichte nicht weniger als fast 160.000 Aufrufe alleine auf Facebook, wobei dies sicher auch auf die treuen Stammwähler der Blauen zurückzuführen sein dürfte, die offenbar auch in schweren Zeiten eisern zur Partei halten.

Allerdings dürfte diese Bilanz auch der SPÖ zu denken geben. Denn, dass sie an „ihrem“ Maifeiertag in der jahrzehntelangen Hochburg schlechthin nicht einmal Drittel an Zuschauern im Netz bekommen im Vergleich zu gerade in Umfragen kämpfenden Freiheitlichen, wird die Genossen kaum zufriedenstellen. Egal, wie sehr die Roten in sozialen Medien über eine „erfolgreiche“ Sendung jubilieren…