Weil der bekannte Rechtspolitiker der Niederlande, Geert Wilders, im vergangenen Jahr einen „Mohammed-Cartoon-Wettbewerb“ veranstalten wollte, plante ein 27-jähriger Pakistaner seine Ermordung im Herzen der Regierung – im Parlament. Der Mann wurde ausgeforscht und jetzt zu 10 Jahren Haft verurteilt. Wilders twitterte: …Anerkennung für diese Richter!

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

„…werde diesen Hund in die Hölle schicken“


Ein Pakistaner kündigte im August 2018, in einem Video auf Facebook (in der Sprache Urdu) an, er werde alles tun um den „Hund Wilders“ davon abzuhalten, den Cartoon-Wettbewerb zu veranstalten. Er wolle ihn in „die Hölle“ schicken. Dann reiste er von Frankreich in die Niederlande. Der Mann wurde am Bahnhof in Den Haag von einer bewaffneten Anti-Terror-Einheit festgenommen.

Tötungsabsicht besteht weiterhin

Während seiner Verhandlung bestritt er eine Tötungsabsicht. Er wollte lediglich den Cartoon-Wettbewerb verhindern. Das Video auf Facebook sei im Überschwang der Gefühle entstanden. Doch Chat-Protokolle auf Facebook- und WhatsApp beweisen die gezielte Absicht, Wilders zu ermorden. Er wurde von einem User auch dazu aufgefordert und antwortete: „Ich werde das tun, mit Gottes Wille“. Nach Ansicht der Richter bestehe diese Absicht weiterhin. Denn das habe der Verurteilte in Telefonaten aus dem Gefängnis seiner Mutter mitgeteilt.

Mordanschlag im Parlament hätte Land erschüttert

Der Staatsanwalt forderte eine Strafe von 6 Jahren. Die Richter bestanden auf 10 Jahren und begründeten das stichhaltig: der geplante Anschlag im Parlament hätte das „politische und verfassungsmäßige Herz des Landes“ getroffen und eine „Welle von Angst“ erzeugt. Der Plan sei ein „terroristischer Angriff auf einen Politiker“. Wilders habe sein Recht auf Redefreiheit ausgeübt. Dies habe der Angeklagte mit dem Angriff im Parlamentsgebäude verhindern wollen. Wilders vertritt eine offen islamkritische Haltung und wurde dafür immer wieder mit seiner Ermordung bedroht. Er steht 24 Stunden unter Polizeischutz.

Afghanischer Messerstecher bekam 26 Jahre

In einem anderen Gerichtsverfahren wurde kürzlich jener 20-jährige Afghanen zu 26 Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, der zwei US-Touristen in Amsterdam mit einem Messer schwer verletzte. Einen stach er in Brust und Arme. Den anderen ins Rückgrat – er sitzt seither im Rollstuhl. Die Ehefrau eines der Opfer verlor später ihr Kind. Die Schadenersatz-Forderung von über 3 Millionen Euro wird er wohl nicht aufbringen. Vor Gericht sagte der Attentäter, er würde das wieder tun, um „den Propheten Mohammed zu schützen“. Er war aus Deutschland in die Niederlande gereist, um so viele Menschen wie möglich zu töten.

Sein Angriff erfolgte einen Tag nach Wilders‘ Ankündigung des Cartoon-Wettbewerbs. Auch in Pakistan kam es deswegen zu Massendemonstrationen und der Forderung, die diplomatischen Beziehungen zu den Niederlanden abzubrechen