In regelmäßigen Abständen werden neue Zahlen veröffentlicht, wie viele gefährliche Islamisten in Deutschland derzeitig bekannt sein sollen. Eine neue Meldung besagt nun: Laut den Sicherheitsbehörden befinden sich aktuell 124 „Hochrisiko-Islamisten“ auf freiem Fuß. 

Davon seien 97 Gefährder, denen die Polizei jederzeit politische motivierte Straftaten „von erheblicher Bedeutung“ zutraut – also auch Terroranschläge. Bei 27 handelt es sich um „relevante Personen“, sprich: solche, die im extremistisch-terroristischen Spektrum eine Führungsrolle innehaben oder als Unterstützer agieren.

151 weitere Personen gelten bei den Behörden außerdem als Gefährder mit „moderatem Risiko“. Die Daten basieren auf Auswertungen des Instruments „Radar iTE“, das zu diesem Zweck in den vergangenen Jahren entwickelt wurde.

Befriedigende Auskünfte über den Umgang der Behörden mit diesen Gefährdern werden indes nicht gegeben. Der für die tödliche Messerattacke in Dresden verantwortliche Syrer war ebenfalls als Gefährder eingestuft worden und hätte eigentlich von den Behörden im Auge behalten werden müssen – dennoch konnte er ungehindert zur Tat schreiten. Auch der Abschiebestopp nach Syrien besteht trotz allem weiterhin fort.

Variierende Zahlen

Nicht nur, dass selbst bekannte Gefährder offenbar schalten und walten können, wie sie möchten: Hinzu kommt auch noch die Bedrohung durch Islamisten, die bisher noch nicht auf dem Radar der Behörden aufgetaucht sind.

Wie hoch die tatsächlichen Zahlen von gefährlichen Islamisten im Land sind, dürfte allein schon dank stetiger Migrantenströme kaum zu erfassen sein. Schon die Zahlen bekannter Subjekte, die veröffentlicht werden, variieren je nach Quelle und Definition deutlich. So hieß es Anfang November seitens eines Sprechers des Bundesinnenministeriums, dass sich in Deutschland aktuell 615 islamistische Gefährder befinden. Zusätzlich seien 521 sogenannte relevante Personen bekannt, die das „Stadium eines Gefährders“ noch nicht erreicht hätten. Die Gefährdungslage im Bereich islamistischer Terrorismus sei „anhaltend hoch“, hieß es da.

Ende Oktober wurden zuvor Zahlen vom Bundesamt für Verfassungsschutz bekannt, laut denen von mehr als 2.000 potenziellen islamistischen Terroristen in Deutschland ausgegangen wird. Hinzu kämen 26.000 Islamisten, von denen noch keine Terror-Gefahr ausginge.