Seit Tagen überschlagen sich die Geschehnisse im Seuchenhort Oberösterreich. Es stapeln sich die Leichen, die Pest ist im Land! Meterweise türmen sich die leblosen Körper der Siechen. Ein Hauch des Todes weht durch die Straßen. Diesen Eindruck könnte man zumindest gewinnen, wenn man Mainstream-Medien glaubt. Dass das Volk vom vermeintlichen Massensterben keine Notiz nimmt, liegt vor allem daran, dass die Story von massenhaften Leichen in Spitals-Gängen an den Haaren herbei gezogen ist. Denn die Corona-Zahlen geben diese Deutung nicht her.

  • Vor zwei Wochen war ein drittel der Corona-Intensivpatienten doppelt geimpft
  • Nun nur mehr Ungeimpfte? Stationschefin sagt legbar die Unwahrheit
  • Fast die Hälfte der Intensivbetten in Oberösterreich ist noch frei – Spitzenwert!
  • „Experte“ hantiert trotzdem mit falschen Zahlen, um Lage zu dramatisieren
  • In Salzburg droht angeblich wegen 31 (!) Corona-Intensivpatienten Triage
  • Horror-Geschichte: Angeblich türmten sich in Linzer Spital die Leichen am Gang
  • In Wirklichkeit: Eine Klinik mit sechs Toten, Rest maximal zwei Tote
  • Sind Krankenstände & Quarantäne für verschärfte Lage verantwortlich?
  • „Standard“ präsentiert nicht-nachvollziehbare Todeszahlen: 151% Corona-Tote?
  • Wie im Vorjahr sterben vor allem alte Menschen – damals keine Triage!

Hälfte der Intensivbetten leer, aber „volle Stationen“?

Die jüngste Propaganda-Maschine läuft seit dem Wochenende auf Hochtouren. Eine Leiterin einer Linzer Intensivstation behauptete, die Covid-Stationen seien „momentan voll – mit ungeimpften Schwerstkranken“. Es gebe derzeit „ausschließlich“ ungeimpfte Intensiv-Patienten. Dies konnte einem Spanisch vorkommen. Noch am 2. November waren nämlich 19 von 59 Corona-Intensivpatienten (32%) in Oberösterreich „vollimmunisiert“. Das war eine Verdreifachung des Anteils seit dem 15. Oktober – Wochenblick berichtete. Im benachbarte Niederösterreich waren übrigens sogar bereits dreifach-geimpfte Corona-Tote zu beklagen!

Zwar ging der Geimpften-Anteil inzwischen zurück, laut dem „Standard“ waren aber am Montag immer noch 13 Corona-Intensivpatienten mehrfach geimpft. Unklar ist, ob „ungeboosterte“ Frühgeimpfte, deren Zweitimpfung mittlerweile „veraltet“ ist, inzwischen noch als „geimpft“ in die Statistik einfließen. Der ORF spricht in seiner Impf-Statistik etwa nur mehr von „aktiven Zertifikaten“. Insgesamt war ab Dienstag fast die Hälfte der Intensivbetten in Oberösterreich frei. Mit 149 freien Intensivbetten war Oberösterreich sogar bundesweit mit Abstand auf dem Spitzenwert mit seinen freien Intensiv-Bettenkapazitäten!

Experte „brilliert“ mit falschen Patienten-Zahlen

Dies hält Mainstream-Medien und deren „Experten“ aber nicht davon ab, das Gegenteil zu behaupten. Walter Hasibeder, Präsident der Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) ,bezeichnete die Lage als „sehr, sehr angespannt“ und „besonders schlimm“. In Oberösterreich, so der Tiroler, seien 50 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten ausgelastet, weitere Schwerkranke seien „in der Warteschleife“.

Ob er sich dabei bewusst auf falsche Zahlen berief oder ihn der Staatsfunk nur falsch interpretierte, muss offen bleiben. Beim Bürger bleibt jedenfalls ein verfälschtes Bild zurück. Tatsächlich machten Corona-Patienten nur 29 Prozent der Belegung aus, 26 Prozent liegen aus anderen Gründen auf Intensivstationen. Satte 45 Prozent der Intensivkapazitäten waren am Berichtstag noch frei. 

Salzburg: Überlastung wegen 31 Corona-Patienten?

Ein wenig anders sieht dies in Salzburg aus, wo nur noch 18 Prozent der Betten frei sind. Dort machen belegte Covid-Betten aber nur 23 Prozent aus – in absoluten Zahlen sind das 31 Patienten! Wenn ein ganzes Bundesland wegen nur 31 (!) Corona-Intensivpatienten am Rand der Triage steht, liegt das Kernproblem wohl im über Jahre kaputt gesparten Gesundheitssystem. Jahrelange Versäumnisse nun den Ungeimpften anzulasten, erweckt den Eindruck, dass hier vor allem politisches Kleingeld gewaschen werden soll.

Keine Leichenberge in Linzer Krankenhäusern

Als reichte dies noch nicht aus, folgte am heutigen Mittwoch eine weitere Eskalation. Eine anonyme Pflegerin weckt Erinnerungen an die (ebenfalls aufgebauschten) Geschichten aus Bergamo zu Pandemie-Beginn. Demnach würden in Oberösterreich „die Leichen im Spital am Gang“ stehen. Dies soll eine Total-Überlastung suggerieren. Es würden nämlich so viele Personen sterben, dass die Pathologie nicht hinterherkäme. Ein Medium schreibt: „Noch immer wollen viele nicht wahrhaben, wie dramatisch die Corona-Situation in Österreich tatsächlich ist. Einzig: Mit der Realität hat dies wohl wenig zu tun.

Zwar starben in der Tat zwischen 9. und 15. November in Oberösterreich laut AGES-Dashboard immerhin 63 Personen an oder mit dem Corona-Virus – pro Tag sind das neun Menschen. Doch alleine in Oberösterreich gibt es 15 Krankenanstalten mit Corona-Stationen. Vier davon in Linz, wo sich die Situation laut einem Inseratenkaiser-Medium abspielen soll. Laut Landeskorrespondenz starben zwischen 12.11-15.11. im Kepler-Uniklinikum sechs Personen. In den anderen drei waren maximal zwei Tote zu beklagen. Keine dieser Zahlen lässt auf einen akuten Rückstau von Toten auf dem Gang schließen.

Spitalspersonal womöglich massenhaft in Quarantäne?

Gab es diese Szenen dennoch, kommen auch andere Ursachen infrage. Etwa ein Zuwachs von Krankenständen oder Quarantäne-Fällen. Wochenblick berichtete im Frühjahr über den Ausfall von Kapazitäten bei einer Rettungsorganisation in Linz. Zahlreiche Sanitäter hatten sich nach ihrer Corona-Impfung aufgrund von Nebenwirkungen krankgemeldet.

Erst vor einem Monat wurden im Linzer Ordensklinikum Barmherzige Schwestern sechs Mitarbeiter auf einen Schlag positiv getestet. In der Folge mussten sich 15 weitere Mitarbeiter in häusliche Quarantäne begeben. Wochenblick hakte im Kepler-Uniklinikum nach, ob es dort derzeit eine Häufung von Krankenständen gibt, die auf eine solche Überlastung schließen lassen. Die Beantwortung unserer Anfrage ist zum aktuellen Zeitpunkt (17. November 2021, 16:30 Uhr) allerdings noch ausständig.

151% Spitalstote: „Standard“ erfindet 20 Corona-Leichen

Indes nehmen es Mainstream-Medien mit den Zahlen dieser Tage ohnehin nicht so genau. Denn der „Standard“ behauptete am Dienstag, dass in Oberösterreich von Freitag bis Montag 59 Personen auf einer Corona-Station verstarben. Laut den Statistiken des Landes wurden jedoch „nur“ 39 Covid-Tote verzeichnet! In der Berichterstattung des Standard erscheinen so plötzlich um 51% mehr Tote, als die offiziellen Zahlen hergeben. Ganz anders dann am Dienstag, da zählt das lachsrosa Blatt zehn Corona-Tote im Spital und zwölf außerhalb. Das AGES-Dashboard vermerkt übrigens gerade einmal vier Personen mit Sterbedatum 16. November. Ein Tageswert von mehr als 20 Toten wurde zuletzt am 26. Dezember des Vorjahres vermerkt.

Trotz besserer Zahlen: Triage erneut angedroht

Bei der Diskussion um angebliche Triagen ist der Vergleich mit dem Vorjahr ebenfalls interessant. So befanden sich am 11. November 2020 immerhin 101 Corona-Intensiv-Patienten in Oberösterreichs Spitälern. Obwohl es damals noch gar keine Impfung gab, ist das vergleichbar mit den aktuellen Zahlen (Dienstag: 97, Mittwoch: 106). Mehr als die Hälfte der aktuellen Intensivpatienten (50) ist über 65 Jahre alt. In dieser Alters-Kohorte beträgt die Impfquote mehr als 85 Prozent. Nur acht Intensivpatienten waren unter 45 Jahren alt. Ähnlich bei den Todesfällen: Mit einer Ausnahme (60) waren alle Linzer Corona-Toten dieses Wochenende über 70 Jahre alt. 

AGES-Zahlen zeigen: Es gibt keine Toten unter 45 Jahren

 

Es sind vor allem alte Menschen auf der Intensivstation – und vor allem alte Menschen, die an Corona sterben. Dieser Befund galt schon damals. Wochenblick wertete einst die Zahlen vom 24.-30. November 2020 aus. Von 133 Personen, die an oder mit Corona starben hatten damals 131 teils ernste Vorerkrankungen. Bei den anderen beiden waren die Daten unvollständig. Das durchschnittliche Alter betrug 81,8 Jahre, was höher als die heimische Lebenserwartung (81,6) war. Auch damals verschied ein Gutteil der tragisch Verstorbenen in einem Krankenhaus. Und auch damals wurde das Schreckgespenst einer Triage in den Raum gestellt, um den seinerzeitigen zweiten Total-Lockdown zu rechtfertigen. Eine solche Triage fand letztlich nie statt…

 

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