160 Jahre nach Gründung des Rotes Kreuzes steht auch das Rettungswesen in Oberösterreich „vor großen Herausforderungen“, wie Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander unlängst erklärte.

Ein Beitrag von Kurt Guggenbichler

Die Ursache dafür, darin sind sich alle Experten einig, die darüber diskutierten, sind die veränderten Rahmenbedingungen. Trotzdem soll in Oberösterreich weiterhin ein qualitativ hochwertiger Rettungsdienst angeboten werden. Dafür sei es nötig, den Einsatz der Ressourcen zu verbessern, heißt es, die Zahl nicht notwendiger Transporte zu verringern und notwendige Spezialangebote wie beispielsweise die Transporte zwischen den Spitälern gemeinsam weiterzuentwickeln.

Dafür dürfte es auch höchste Zeit sein, weil das oö. Rettungswesen nach einem Bericht des Landesrechnungshofs gehörig unter Druck geraten ist. Es gehe nun darum, betont der oö. Rot-Kreuz-Präsident Walter Aichinger, die angebotenen Leistungen mit den Anforderungen der Gesellschaft in regelmäßigen Abständen abzugleichen. Um die Menschen, die in unserem Bundesland Hilfe benötigen, kümmern sich 22.000 Rot-Kreuz-Mitarbeiter, die es ohne ihr freiwilliges Engagement nicht geben würde, wie Aichinger betonte.

 

In diesem Beinhaus der Kirche von San Pietro werden die Schädel und Knochen von 2619 Soldaten bewahrt.

Dass es heute überhaupt eine derartige Hilfsorganisation wie das Rote Kreuz gibt, gibt, verdanken wir dem Genfer Geschäftsmann Henry Dunant, der dieses nach den Gräueln der Schlacht von Solferino vor 160 Jahren als 31-jähriger gegründet hat.

Etwa 40.000 Soldaten sind in dieser furchtbaren Schlacht südlich vom Gardasee uns Leben gekommen. Die meisten Soldaten sind nicht gleich auf dem Schlachtfeld gestorben, sondern oft erst Tage danach an den Folgen ihrer unversorgten Verletzungen qualvoll zugrunde gegangen.

Die Schädel und Knochen von wenigstens 2619 gefallener Soldaten der Schlacht von Solferino werden im Beinhaus der Kirche von San Pietro verwahrt. Das ehemalige Schlachtfeld sieht heute geradezu idyllisch aus. Man mag sich das Leid kaum vorstellen, dass sich dort am 24. Juni 1859 abgespielt hat.