Nicht nur der Wahlkampf ist schmutzig, sondern auch der Welser Wasserturm. DIe Täter: Tauben.

Im Inneren ein Taubenfriedhof, im Äußeren ein Anlaufpunkt für Mühlbachratten – das war die Situation des Zwingers noch bis vor wenigen Wochen.

Doch seit September ist der alte Wasserturm, eines der historisch interessantesten Welser Bauwerk aus der Renaissancezeit, saniert.

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Spitze und Fassade werden erneuert

Dafür wurden zunächst neben einigen Taubenleichen auch 26 Tonnen Taubenkot aus dem Bauwerk entfernt, sein Innerstes gründlich gereinigt und danach die beschädigten Teile der Holzdecken und -leitern erneuert.

Damit sei wieder ein sicherer Zugang zu den oberen Etagen des ehemaligen Wasserturms gegeben, dessen Spitze im nächsten Jahr renoviert werden wird. Gleichzeitig soll dann auch die Fassade der alten „Wassertante“ aufgefrischt werden.

Mühlbach wurde angezapft

Errichtet wurde das Bauwerk in den Jahren 1577 bis 1579, damit es die Welser Bürger ein wenig komfortabler hatten. Denn durch ein Hebewerk und den dazugehörigen Wasserbehältern, die in den Turm eingebaut wurden, konnte aus dem Mühlbach bequem Wasser geschöpft werden. Dieses wurde dann durch Rohre zu den Nutzern geleitet, darunter die Bürgerhäuser, das Rathaus, die Burg und die beiden Stadtplatzbrunnen (wovon es heute nur noch einen gib).

Man glaubt es kaum: Aber das mittelalterliche Pumpwerk war bis ins 20. Jahrhundert in Betrieb. 1927 wurde es sogar elektrifiziert. Ob die im Mai publik gewordene Rattenplage am Mühlbach erfolgreich eingedämmt werden konnte, ist nicht bekannt.