Am Sonntag versammelten sich vor dem Bozner Landtag über 3.000 Menschen, um gemeinsam gegen den erneuten Lockdown und die Corona-Politik zu demonstrieren. Vorausgegangen war der Kundgebung eine Farce. So hatte der Süd-Tiroler Landeshauptmann, Arno Kompatscher, nur wenige Stunden vor der Verkündung des harten Lockdowns, erklärt, es gäbe keine Änderungen der aktuellen Strategie.

Ein Gastkommentar von Raphael Mayrhofer

Nur drei Tage nach dem überfallsartig verkündeten Lockdown versammelten sich trotz Regen zahlreiche Süd-Tiroler vor dem Landtag, um gemeinsam gegen die Corona-Maßnahmen ihre Stimme zu erheben. Die Wut, die in zahlreichen emotionalen Reden spürbar wurde, richtete sich dabei vor allem gegen mangelnde Finanzhilfen, den erneuten Freiheitsentzug und die undurchsichtige und autoritäre Vorgehensweise der Landesregierung.

Medizinische Fachkritik

Aber auch medizinische Kritik wurde von mehreren
Fachleuten vorgebracht. So sprach etwa ein renommierter Apotheker, der kritische Fragen zu den medizinischen „Kollateralschäden“ der Maßnahmen stellte und ein chronisch Kranker, der das unterfinanzierte Gesundheitssystem kritisierte. Zorn und Verzweiflung zeichneten auch die Rede einer Mutter, die von der psychischen Belastung ihrer Kinder berichtete. Diese hätten „ihre Lebensfreude verloren“ und würden jeden Tag „nurmehr vor dem Bildschirm verbringen“.

Südtiroler wollen leben

Die vielen mitgebrachten Plakate und Transparente verliehen der Veranstaltung einen deutlichen Tenor: Wir wollen leben. Die Schäden der Maßnahmen würden den Nutzen längst überschreiten. Die Entmündigung der Menschen, die Zerstörung der verwurzelten Wirtschaft und der Ausnahmezustand müssen endlich enden.

„Erst der Anfang“

Ins selbe Horn stießen auch mehrere Teilnehmer, die auf Nachfrage hin, die ökonomischen Verwerfungen der Corona-Krise kritisierten und das Weltwirtschaftsforum und den „Great Reset“ als Ursprung der Entwicklungen benannten. Der Veranstalter sowie die zahlreichen neu gegründeten Gruppen und Netzwerke kündigten an, den Protest fortzusetzen und zu verstärken. Dies sei „erst der Anfang“.

Das war die große Demo in Bozen: