Nanu? Was macht ein stets so exzentrischer Schauspieler wie Helmut Berger in Bad Ischl? Die Antwort ist einfach: Geburtstag feiern! Warum in Ischl? Weil er dort vor 75 Jahren das Licht der Welt erblickte: am 29. Mai 1944.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

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Aufgewachsen ist der Hoteliersspross Helmut Steinberger allerdings in Salzburg, wo er auch heute wieder lebt. Dazwischen hat der einstige Schönling schnell einmal Weltkarriere gemacht und auch die Welt bereist.

Hoteliers-Sohn mit internationaler Karriere

Von Salzburg war es für ihn zunächst einmal nach Paris und London gegangen, wo er als Dressman arbeitete und auch ein Studium an der „Central Drama School“ absolvierte. Danach fuhr Berger nach Rom, wo ihn der berühmte italienische Luchino Visconti (+) für den Film und als Lebensgefährten entdeckte. Vor wenigen Tagen erst ließ sich der Schauspieler in Bad Ischl sehen, wo man ihm anlässlich seines Geburtstages einen großen Bahnhof bereitete und mit Blasmusik, einer Büstenenthüllung feierte und ehrte. Berger saß im Rollstuhl und war friedlich.

Guggenbichler triff Berger

Ich hatte ihn vor 28 Jahren noch als kleines Ekelpaket in Linz kennengelernt anlässlich der vom ORF Oberösterreich veranstalteten „Bitte Lächeln“-Gala in der Sporthalle, wo Berger seine Lieblingsrolle zelebrierte: den kapriziösen, allürenhaften Weltstar und schäkernder Männerfreund. Angesichts der ihn ständig verfolgenden Kameras warf er sich hinter der Bühne schnell einmal auch ein dort Dienst verrichtenden Rot-Kreuz-Schwester an den Hals – ein Ablenkungsmanöver. Denn auch im „Schillerpark“, wo Berger nächtigte, blieb er seinem Ruf treu und bedrängte dort nur männliches Hotelpersonal. Die Telefonvermittlung wurde mit Ferngesprächen nach Rom und nach Hollywood in Trab gehalten.

Wodka-Zitrone als Betthupferl

Als Betthupferl genehmigte sich Berger etliche Wodka-Zitrone in der Kaiserbar.
Als der Morgen graute frühstückte er noch Rindsuppe, Wiener Schnitzel und Eis, um danach in den Schönheitsschlaf zu fallen. Bei der Galaveranstaltung am Vorabend hätte Berger eigentlich als fragestellender Quizonkel agieren sollen, hatte sich stattdessen aber dafür entschieden, eine Art Hofnarren zu spielen, was das Publikum mit leichtem Unmut und Pfiffen quittierte.