Die bisherigen Ergebnisse der Massentests fallen ernüchternd aus. Mehr als die Hälfte der Wiener und rund ein Drittel der Tiroler sind falsch-positiv. Unter dem Strich bleiben damit nur 0,2% wirklich Positive übrig. Am kommenden Wochenende soll auch in Oberösterreich getestet werden: Doch nur zehn Prozent haben sich bisher für die Tests angekündigt.

Die Regierung muss derzeit aufgrund der geringen Teilnahmebereitschaft um ihr Konzept der Massentests zittern. Und das ist nicht alles: Nur noch 11 Prozent der Österreicher halten den Umgang der Regierung mit dem Corona-Virus für gelungen. Der freiheitliche Klubobmann Herwig Mahr sieht in Bezug auf die Massentestungen „nach der völlig gescheiterten Anmeldeform“ bereits den nächsten Fehlschlag kommen. Denn 90 Prozent der Oberösterreicher zeigten bisher kein Interesse an den geplanten Massentests.

Mahr: Großteil ist falsch-positiv

„Der Großteil der Tests stellt sich als falsch-positiv heraus. Das war absehbar, nachdem man alles über das Knie brechen musste, ohne Planungen fertigzustellen oder Expertenmeinungen zu berücksichtigen“, kommentiert Klubobmann Herwig Mahr kritisch die ersten Erfahrungsberichte der bundesweit angelaufenen Corona-Massentests.

Laut offiziellen Angaben sind in Tirol rund ein Drittel, in Wien sogar mehr als die Hälfte falsch positiv, wie sich durch den anschließenden PCR-Test herausstellte. Für Oberösterreich liegen derzeit noch keine Daten vor. Für den bevorstehenden Massentest am kommenden Wochenende haben sich bis gestern Abend rund 120.000 Personen angemeldet, was angesichts der 1,21 Millionen in Frage kommenden Oberösterreicher einer Teilnahmequote von etwa zehn Prozent entspricht.

50 Millionen Euro für „sündteure PR-Beruhigungspille“

Die Testorganisation soll rund 50 Millionen Euro kosten, gleichzeitig sind nur 0,2 bis 0,3 Prozent der Getesteten abzüglich der vielen falsch-positiven Ergebnisse letztendlich positiv. Mahr bezeichnete die Massentests als eine „sündteure PR-Beruhigungspille der Bundesregierung“. Ihre Kosten-Nutzen-Rechnung stehe dabei in keiner Relation. Mahr kritisiert, dass es der Bundesregierung an einer Strategie im Krisenmanagement fehle. Denn viele Experten und darunter selbst die Task-Force des Gesundheitsministeriums hätten sich gegen die Massentests ausgesprochen. Ein Mehrwert für die Pandemiebewältigung lasse sich aus den teuren Tests nicht ableiten, meint Mahr, der darauf verweist, dass die Infizierten-Zahlen in der Slowakei nach den Massentests erst recht anstiegen.

Kolportierte Durchimpfungspläne oder gar eine Zwangsimpfung lehnt Mahr entschieden ab. Es müsse die Entscheidung eines jeden einzelnen bleiben, ob er sich testen oder impfen lasse.