Vom Umstieg auf LED-Leuchten erwartet sich die EU eine gewaltige Ersparnis.

Nach dem Aus für die Glühbirnen im Jahr 2012 verbannt die EU jetzt weitere ineffiziente Leuchtmittel aus den Regalen. Jetzt werden die letzten Halogenlampen aus dem Handel verschwinden – bis auf ganz wenige Ausnahmen. Und das Halogenlampen-Verbot hat weitreichende Konsequenzen.

Hintergrund ist die Ökodesign-Richtlinie der EU, die Anforderungen an die Energieeffizienz von Produkten festlegt. Nach und nach sollen vor allem jene Produkte vom Markt, die besonders viel Strom fressen – also schlecht für die Umwelt sind.

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Energiehungriger Nachfolger

Die EU-Kommission hofft durch das Verbot Strom im Ausmaß vom Jahresverbrauch Portugals einzusparen. Ab 1. September wird in allen 28 EU-Staaten die Produktion besonders energiehungriger Halogenlampen verboten sein. Damit erleiden die Halogenleuchten das gleiche Schicksal wie Glühbirnen, obwohl sie diese vor wenigen Jahren eigentlich ersetzen sollten. Moderne LED-Lampen machten diesem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung.

Im Vergleich mit Glühbirnen führen LED-Leuchten zu einer höheren Energieeinsparung von bis zu 90 Prozent. Die klassische Glühlampe wandelte nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um. Laut Angaben der EU-Kommission aus dem Jahr 2015 liegt der Verbrauch einer Halogenlampe noch immer fünf Mal höher als der einer LED.

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Auch Aufzüge will die EU-Kommission hinsichtlich ihrer Energieeffizienz prüfen.

Es gibt noch Ausnahmen

Wer ganz besonders an den Halogenlampen hängt, kann sich noch mit Restbeständen eindecken, die auch über den September hinaus noch verkauft werden. Zudem gibt es derzeit noch einige Ausnahmen des Verbots, wie etwa für platte Spotlampen, wie sie bei Deckenstrahlern genutzt werden und für Halogenlampen in Schreibtischlampen und Flutlichtern.

EU prüft Wasserkocher und Aufzüge

Eigentlich hätten die Halogenlampen schon 2016 vom Markt verschwinden sollen. Damals entschieden sich die EU-Staaten jedoch für eine Fristverlängerung. Die EU-Kommission prüft derzeit schon, wie es in Sachen Ökodesign weitergehen könnte. Studien sollen etwa das Einsparpotenzial von Wasserkochern, Handtrocknern, Hochdruckreinigern oder Aufzügen aufdecken.