Die Ferien enden und die Schule geht bald wieder los. In der Regierung tüftelt man an Möglichkeiten, wie der Schulbetrieb mit Corona aussehen könnte und welche Neuerungen eingeführt werden. Dabei könnte ein Blick nach Schweden die Entscheidungen vereinfachen.

Das Ziel ist klar: Großflächige Schulschließungen soll es, wenn möglich, keine geben; auch keinen Schichtbetrieb und keine halben Klassen. Allerdings gibt es weitere Regeln. So soll alle zwanzig Minuten für fünf Minuten gründlich gelüftet werden.

Der Unterricht soll, wenn möglich, im Freien stattfinden. Mund-Nasen-Schutz ist für den Eingangs- und Gangbereich, aber nicht für die Klassenräume vorgesehen, und eine Durchmischung der Klassen soll vermieden werden.

Corona-Ampel-System

Mit einem Gurgel-Test soll die Gesundheit der Kinder überprüft werden. Zudem kommt ein Corona-Ampel-System zum Einsatz. Von „Alles in Ordnung“ über MNS außerhalb der Klassenräume oder Schichtbetrieb und „Distance Learning“ für ältere Schüler bis zu Schulschließungen ist darin alles enthalten.

Den Eltern soll allerdings, so der Minister, noch ein eigener Elternbrief zugehen, und zwar in mehreren Sprachen. Er wird die Regeln erklären und klarstellen, dass kein Kind krank in die Schule geschickt werden darf. Ist ein Kind in einer Klasse erkrankt, sollen Mitschüler in der Klasse bleiben, bis die Gesundheitsbehörden kommen.

Schweden: Kaum Krankheitsfälle – und das ohne Lockdown

Ob die ganzen Regelungen allerdings etwas bringen, ist noch unklar. Denn wie jetzt schwedische Studien ergeben haben – das Land verfolgte eine gänzlich andere Corona-Strategie ohne Lockdown – war das Offenlassen der Schulen die richtige Entscheidung.

In der Studie des Karolinska-Instituts (KI) in Stockholm zeigte sich, dass nur 63 Fälle von Kindern mit einer Corona-Infektion im Raum Stockholm behandelt werden mussten, mit rund 514.000 Kindern leben fast 24 Prozent aller schwedischen Kinder in der Hauptstadtregion.

Vergleich von Schweden mit Finnland bestätigt Ergebnis

Die Zahl der Krankheitsfälle bei Kindern war also äußerst gering. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die zweite Studie der schwedischen Gesundheitsbehörden. Für die Altersgruppe zwischen 0 bis 19 Jahren wurden demnach bis Mitte Juni 584 Fälle in Finnland und 1.124 in Schweden gezählt.

Pro 100.000 Einwohner entspricht das 49 Fällen in Schweden und 52 in Finnland, mit dem Unterschied, dass die Regierung in Helsinki von 18. März bis 13. Mai alle Schulen schließen ließ. Die Verfasser kommen daher zu dem Ergebnis, dass Kinder kaum eine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielen.