Immer mehr Mediziner kritisieren die Corona-Vorschriften der Regierungen aufs Schärfste. Besonders die Maskenpflicht steht aktuell massiv in der Kritik. Doch Widerspruch ist unerwünscht – und wenn Ärzte es wagen, aus der Reihe zu tanzen, drohen empfindliche Strafen. 

Ein Kommentar von Vanessa Renner

Der Sinn des Maskenzwangs wird mittlerweile von etlichen Experten angezweifelt. Wissenschaftler bestätigten bereits wiederholt die Gesundheitsschädlichkeit der Masken: Die hohen CO2-Werte unter dem Mundschutz können unter Umständen sogar zur Atemlähmung führen. Der Todesfall eines 13-jährigen Mädchens, das im Bus zusammenbrach, während es eine Schutzmaske trug, sorgte über deutsche Landesgrenzen hinaus für großes Entsetzen – es ist also wenig verwunderlich, dass Eltern auf die Barrikaden gehen, wenn ihre Kinder in der Schule gezwungen werden, durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Wachsende Bußgeldkataloge

Die lauter werdende Kritik an der Maskenpflicht und den Corona-Maßnahmen im Allgemeinen missfällt den Regierenden selbstverständlich enorm. Man zeigt sich empört über „Corona-Müdigkeit“ und einen Mangel an „Disziplin“. Dem rapide abnehmenden Kadavergehorsam der Bevölkerung begegnet man vorzugsweise mit Strafandrohungen. Immer mehr Punkte werden in die Bußgeldkataloge aufgenommen: So möchte Berlin nun beispielsweise empfindliche Geldstrafen für Falschangaben in Kontaktlisten verhängen, um die Bürger zur Räson zu bringen. Bis zu 500 Euro soll eine Privatperson blechen, die nicht brav alle ihre persönlichen Daten in der Gaststätte hinterlässt. Schließlich ist das System ja sicher – solange nicht wieder eine Sicherheitslücke die Daten von Millionen Restaurant-Besuchern im Internet offenlegt.

„Falsche Atteste“: Maskenkritische Ärzte auf der Abschussliste

Doch was tut man mit Medizinern, die aus der Reihe tanzen? Die auf Grundlage ihres Fachwissens zum Wohle ihrer Patienten handeln, anstatt sich dem Narrativ des Killervirus zu beugen, das nur durch Stofffetzen vorm Gesicht in seine Schranken gewiesen werden kann?

Aktuell werden immer wieder angeblich falsche Atteste angeprangert, die Ärzte ihren Patienten grundlos zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt haben sollen. Der ähnliche Wortlaut der Gesundheitszeugnisse lasse vermuten, dass gar keine Untersuchung stattgefunden habe. Die Ärztekammer möchte gegen diese Fälle vorgehen: Wie genau die Sanktionen aussähen, hinge vom Einzelfall ab.

Entzug der Approbation?

Ärztepräsident Klaus Reinhardt gab in einem Interview mit der FAZ an, dass er bei „Wiederholungstätern“ auch einen Entzug der Approbation durchaus als gerechtfertigt betrachten würde: „Die Maskenpflicht dient dazu, die Gesellschaft vor dem Ausbreiten des Virus zu schützen. Wer das durch ein falsches Attest untergräbt, muss Konsequenzen spüren.“

Offenburger Ärzten drohen bis zu zwei Jahren Haft

Tatsächlich ermittelt die Offenburger Staatsanwaltschaft aktuell gegen einen Allgemein- sowie einen Zahnmediziner, die im Verdacht stehen, solche „unrichtigen Gesundheitszeugnisse“ ausgestellt zu haben. Zu diesem Zweck wurden Razzien durchgeführt. Bei der Durchsuchung der Praxisräume des Zahnarztes sollen Daten von mehr als 100 Patienten sichergestellt worden sein.

Der Strafrahmen reicht laut Anklagebehörde von einer Geldstrafe bis hin zu zwei Jahren Haft. 

ARD-Journalisten mischen mit

Journalisten des ARD-Magazins „Report Mainz“ scheinen die Ermittlungen mit angestoßen zu haben: In mehreren Bundesländern hatten sie verdeckt Ärzte aufgesucht und um Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht gebeten; der Zahnarzt aus Offenburg war einer von ihnen. Dass manche Mediziner der Bitte um Masken-Befreiung nachkamen, wird als regelrechter Skandal gehandelt – ungeachtet sämtlicher Argumente gegen das Tragen von Schutzmasken.

„Es gibt hundert Gründe, keine Maske zu tragen“

Der Offenburger Zahnmedizinier zeigte sich indes unbeeindruckt. In einem Schreiben an den SWR ließ er wissen, dass er nichts zu verbergen habe, seine Atteste korrekt ausstelle und betroffene Patienten auch weiterhin von ihm korrekte Atteste erhielten.

Er fügte hinzu: „Es gibt hundert Gründe, keine Maske zu tragen. Und es gibt eigentlich nicht einen Grund, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen.“

Tatsächlich haben ausgerechnet amerikanische Zahnärzte unlängst wegen der Maskenpflicht Alarm geschlagen: Das ständige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes führt verstärkt zu Zahnfleischentzündungen und Karies, weil die vermehrte Mundatmung die Schleimhäute austrocknet. Durch die Reduktion von Speichel im Mund haben Bakterien leichtes Spiel. Die Zahnärzte bezeichnen diese Problematik als mask mouth („Maskenmund“).