Bereits zum Jahreswechsel hatte die Oberösterreicherin Sylvia Sperandio (54),
eine gebürtige Vöcklabruckerin, vor den „extremen Auswirkungen“ einer Pandemie gewarnt und die Sicherheitsvorsorge in unserem Land als „unzureichend“ beurteilt.

Den Klimawandel und die Migration bezeichnet Sperandio als die größten Treiber von Pandemien. Die Vöcklabruckerin ist Ärztin und leitet im Generalsrang, als Brigadier, die Abteilung für militärisches Gesundheitswesen im Bundesheer.

Pandemie-Pläne wurden vernachlässigt

Als Expertin war sie für die UN schon weltweit in Krisenregionen als humanitäre Katastrophenhelferin im Einsatz. Das Verteidigungsministerium bewertet laufend die Gefahren, die unserer Gesellschaft drohen könnten und hatte schon beizeiten festgestellt, dass die Politik die nationalen Pandemie-Pläne im Laufe der Jahre vernachlässigt hätte, wie sie dem Recherche-Magazin „Addendum“ gegenüber erklärte. Denn die Vorsorgepläne seien nicht regelmäßig evaluiert und aktualisiert worden. Die wirtschaftlichen Konsequenzen habe man ebenfalls unterschätzt, was die Corona-Krise nun deutlich zeige.

Neuartige Erreger bis jetzt immer gut überstanden

Auf die Frage, warum die Migration das Pandemie-Risiko erhöhe, sagte Sperandio: „Weil die Gesundheitssysteme der Länder, aus denen die Migrantinnen und Migranten kommen, nicht die gleichen Präventionsmethoden haben wie wir.“ Dort hätte man zu geringe Impfraten. Klar jedoch ist: Wenn sich große Personenmengen von A nach B bewegen, komme es ganz natürlich zu einer schnelleren und häufigeren Ausbreitung von Erregern. Das habe sich schon vor etwa hundert Jahren bei der Spanischen Grippe gezeigt. Nach Ansicht von Sperandio hat man den Pandemie-Gefahren deshalb so wenig Bedeutung beigemessen, weil die Menschen die Verbreitung neuartiger Erreger in den letzten Jahren sehr gut überstanden haben.