Irre Nazi-Vergleiche von Ex-SPOÖ-Chef Ackerl 3
Foto BORG Honauerstraße: "Wochenblick" / Ackerl: Flickr, SPÖ Presse und Kommunikation, Foto: Thomas Lehmann, CC BY-SA 2.0 / Screenshot Facebook, Josef Ackerl / Bildkomposition "Wochenblick"

Nach dem „Wochenblick“-Bericht vom Dienstag gehen die Wogen hoch, der Landeshauptmann-Stellvertreter schaltet sich ein und auch Josef Ackerl selbst legt nach.

Der ehemalige Vorsitzende der SPÖ Oberösterreich Ackerl ist trotz seiner 71 Jahre ein begeisterter „Facebooker“.

Schüler mit Nazi-Spitzel verglichen

Wie berichtet beschimpfte er den FPÖ-Abgeordneten Roman Haider wüst und verglich seinen Sohn mit einem Nazi-Spitzel: „Denunzianten waren besonders in der NAZI-Zeit für viele Morde an Widerstandskämpfern verantwortlich.“

„Bei der SPÖ liegen die Nerven völlig blank!“

Während die SPÖ Oberösterreich gegenüber dem „Wochenblick“ untertauchte und die unangenehmen Pöbeleien ihres Ex-Chefs aussitzen möchte, berichten andere Stellen davon, dass nicht alle in der SPÖ die verbalen Entgleisungen gut finden. Der stellvertretende Landeshauptmann, Manfred Haimbuchner, schreibt: „Bei der SPÖ liegen die Nerven völlig blank!“ Und SPÖ-nahe Medien wollen wissen, dass „Ackerl die SPOÖ in Erklärungsnot bringt“.

Ackerl euphorisch und angriffslustig

Josef Ackerl selbst sieht keinen Grund in der Causa zu schweigen. Auf Facebook schreibt der leidenschaftliche Nutzer sozialer Medien: „Ich danke Herrn FP-LhStv. Haimbuchner und dem ‚Wochenblick‘ Blattl für die Verbreitung meiner Meinung zum unglaublichen Angriff des FP-Abg . Roman Haider auf die Schulautonomie und die freie Meinungsäußerung.“ Was die politische Manipulation von Schülern durch Lehrkörper mit „Meinungsfreiheit“ zu tun haben soll erklärt Ackerl zwar nicht, aber aufmerksame Beobachter seiner Facebook-Seite könnten vielleicht künftig Aufklärung darüber finden.

Chaos im Sozialressort hinterlassen

Josef Ackerl bereitet der SPÖ Oberösterreich nicht erst seit diesem Vorfall Sorgen. Wolfgang Braun schrieb Anfang des Jahres in den „OÖN“ von einem schweren „Rucksack“, den Ackerl der SPÖ im Land ob der Enns hinterlassen habe. Der Vorgänger von Entholzer, jetzt Gerstorfer, habe das Sozialressort nicht gerade mit Geschick geführt:

„Ackerl hat während seiner langen Jahre im Sozialressort – unter schwarzer Duldung – unzählige Einrichtungen ohne ausreichende budgetäre Deckung eröffnet. Bei der Aufarbeitung dieser Zeit waren die Ressort-Mitarbeiter oft der Verzweiflung nahe, wie ein den OÖNachrichten vorliegendes internes Schreiben zeigt: Man habe umgeschichtet, eingespart, einen Budgetplan erstellt, ‚aber dann tauchten (…) noch einmal neue Unterdeckungen auf. Es war einfach beschissen’, heißt es in der Notiz.“

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