Über eine Route, die sie um die halbe Welt führte, kamen seit Jänner Massen illegaler Migranten, vor allem aus Kamerun und der DR Kongo, über die nördliche Grenze Mexikos in die USA. Seit US-Präsident Donald Trump im Juni ein neues Abkommen mit Mexiko unterzeichnete, ist das nicht mehr möglich. Die illegale Zuwanderung ging in wenigen Monaten um 40 Prozent zurück. Jetzt sitzen die Migranten in Mexiko fest und fordern Einlass in die USA.

Ein Kommentar von Kornelia Kirchweger

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8000 US-Dollar für Schlepper-Weltreise

Ein 37-jähriger illegaler Migrant aus Kamerun, der zu Hause angeblich eine Installationsfirma hat, erzählte: Er habe Menschenhändlern 8.000 US-Dollar bezahlt, um in die USA zu kommen. Seine „Reise“ habe ihn von seiner Heimat über die Türkei nach Ecuador, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, Guatemala und schließlich nach Mexiko geführt, berichtete Animal Politico. Er sei vor einem Monat in Tapachula angekommen, habe Berge und den Dschungel überwunden, um jetzt in dieser Schei…e zu landen. Er bekomme nichts zu essen. Er sei zornig auf die mexikanische Regierung. Eine Lösung müsse her. Sie alle (die illegalen Migranten) wollen nur weg von hier.

Mexiko macht Grenzen dicht

Seit 7. Juni diesen Jahres gilt das Abkommen zwischen Mexiko und Trump, das eine „sichere Weiterreise“ in die USA verhindert. Tausende der neu aufgestellten nationalen mexikanischen Sicherheitskräfte machen seither die Grenzen dicht, was die illegalen Wanderungsströme um 40 Prozent reduzierte. Grenzschutz macht also doch Sinn.

Vor dem Abkommen kamen zu Spitzenzeiten innerhalb von fünf Wochen 1.100 afrikanische Migranten an die texanische Grenze. In einer Pressekonferenz im Juni sagte der Chef des dortigen US-Grenzschutzes, Brian Hastings, es habe nie zuvor eine derart große Gruppe von Migranten aus Zentral- und Südafrika gegeben. Vor dem Abkommen wurden (afrikanische) Migranten innerhalb von 20 Tagen durch Mexiko transportiert und aufgefordert, das Land zu verlassen. Hauptziel war immer die nördliche Grenze der Übertritt in die USA.

Keiner will Asyl in Mexiko

Jetzt erhalten Migranten in Süd-Mexiko ein Informationsblatt, das ihnen mitteilt, eine freie Weiterreise sei nicht mehr möglich. Sie müssen das Land innerhalb von 20 Tagen über einen internationalen Transitübergang im Süden verlassen oder sich bei der mexikanischen Registrierungsbehörde melden bzw. Asyl beantragen. Beides lehnen die Migranten vehement ab, weil sie in die USA – und dort Asyl beantragen – wollen.

Laut mexikanischen Behörden sind in diesem Jahr zwischen Jänner und Juni 3.712 illegale Migranten aus Afrika ins Land gekommen. Ein Großteil aus Kamerun. Der Rest aus der DR Kongo. Allein im Juni tauchte eine Gruppe von 500 Afrikanern bei Del Rio, an der Nordgrenze Mexikos (zu den USA) auf. Zwei Wochen davor versammelten sich hunderte Afrikaner nahe einer internationalen Brücke in Nuevo Lared, Tamaulipas – und protestierten dort, weil sie nicht mehr legal in die USA dürfen. Es waren vor allem Familien. Sie beschuldigten die Behörden, dass Kubaner den Vorzug bekommen.