Ein weiterer Rückschlag für Österreichs Landwirtschaft: nach den wirtschaftlichen Einbußen durch die Corona-Maßnahmen sehen sie sich einer neuen Bedrohung ausgesetzt. Jetzt müssen sich die Schweinebauern von der afrikanischen Schweinepest hüten. 

Anfang des Jahres waren die Preise für Schweinefleisch noch auf Rekordhöhe. Jetzt bricht der Preis ein. Seit Monaten sei die Schweinehaltung ein Verlustgeschäft, warnt der FPÖ-Landwirtschaftsexperte im Nationalrat, Peter Schmiedlechner.
Er wirft Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger Tatenlosigkeit vor. Der FP-Agrarsprecher fordert den Stop aller Schweinefleischtransporte aus Deutschland.

„Köstinger schaut Sparte beim Sterben zu“

„Die nächste Produktionssparte in der Landwirtschaft wird an die Wand gefahren – jetzt geht es den Schweinehaltern an den Kragen. Nach dem Desaster mit den Rübenbauern schaut die ÖVP-Ministerin der nächsten Sparte beim Sterben zu“, erklärte Schmiedlechner.

45 Prozent Rückgang

Derzeit gibt es nur noch rund 21.000 Schweinehalter in Österreich. Vor zehn Jahren waren es noch 38.000 Betriebe, das ist ein Rückgang von beinahe 45 Prozent.

Immer mehr Betriebe aus der Schweinefleischproduktion würden aufgeben, erklärt Schmiedlechner: „Für die Bauern ist die Schweinehaltung seit Monaten ein Verlustgeschäft. Allein die Kosten für Futter, Tierarzt und Stall übersteigen die Erlöse. Daher ist es kein Wunder, dass immer mehr Betriebe aufgeben.“

Einstellung aller Lebendtiertransporte gefordert

Schmiedlechner fordert, dass alle Lebendtiertransporte aus Deutschland umgehend eingestellt werden: „Es darf nicht dazu kommen, dass auch in Österreich die Schweinepest auftaucht, sonst verlieren auch unsere Bauern ihre Absatzmärkte. Jetzt muss dringend gehandelt werden, wir sollten alle Lebendtiertransporte aus Deutschland sofort einstellen und gleichzeitig die Bejagung der Wildschweine massiv verstärken, um das Einschleppen möglichst zu verhindern“