Afroamerikaner wollen Kultur Reformieren

Am Wochenende wurde die 8-jährige Secoriea Turner  in Atlanta (USA) erschossen. Während sie im Auto auf der Rückbank spielte, versperrte eine Gruppe Bewaffneter der Familie beim Zufahren auf einen Parkplatz den Weg und erschoss das Kind. Jetzt klagt Atlantas Bürgermeisterin an.

Bürgermeisterin fordert Ende der Gewalt

Die demokratische Bürgermeisterin der Stadt Atlanta, Keisha Lance Bottoms, stellte im Zuge einer Pressekonferenz zum Tod des kleinen Mädchens klar, dass es nicht in erster Linie die Polizeigewalt ist, unter der die Afroamerikaner leiden.


„Wir erschießen uns gegenseitig auf unseren Straßen in unserer Stadt. Sie haben auf ein Kind geschossen und es getötet. Es war nicht nur ein Schütze, es waren mindestens zwei, die auf ein 8-jähriges Kind schossen.“, erklärte die schwarze Bürgermeisterin, die Augenzeugen dazu aufruft, den Behörden beim Aufspüren der Täter zu helfen.

75 Schießereien in wenigen Wochen

Sie will jetzt vor allem die schwarzen Gemeinschaften reformieren: „Wir richten gegenseitig mehr Schaden an, als jeder Polizist in der gesamten Truppe.“ Alleine in den letzten Wochen habe es in Atlante mehr als 75 Schießereien gegeben. Das könne man der Polizei nicht vorwerfen, analysiert Bottoms. Sie sagt, dass es neben der Polizeireform vor allem eine Reform der schwarzen Gemeinschaften brauche.

Vater: „die eigenen Leute erschossen“

Auch die traumatisierte Mutter klagte unter heftigem Weinen im Zuge der Pressekonferenz: „Sie kann nicht mehr ihren neunten Geburtstag feiern. Dabei haben wir gar nichts getan.“ Das Mädchen soll in ihren Armen gestorben sein.

Auch der Vater des Mädchens, der der weinenden Frau beistand, klagt an: „Alle sprechen davon, dass schwarze Leben zählen. Aber ihr erschießt eure eigenen Leute.“

Ein US-Fernsehsender veröffentlichte Fotos des Mädchens: