Die Aussagen des anerkannten Infektiologen Allerberger wollen nicht ganz zu den Regierungs-Erzählungen und vor allem nicht zu den panischen Maßnahmen passen. Er erklärte im Interview mit Radio Ö3, dass früher oder später wohl alle Österreicher das Virus bekommen würden. Die Maßnahmen hält er dennoch für wichtig, da diese das Problembewusstsein stärken würden. Damit gibt ein weiteres Mal ein wichtiger Fachmann zu, dass es sich hauptsächlich um psychologische Maßnahmen handelt.

Der Leiter der Abteilung für Öffentliche Gesundheit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages), Franz Allerberger, hat am Wochenende in „Frühstück bei mir“ in einem Interview mit Ö3 zur aktuellen Corona-Situation Stellung genommen. Anders als die Bundesregierung, die in ihren Erzählungen den Eindruck erweckt, man könne die Ausbreitung des Virus aufhalten und müsse die Menschen davor „retten“, geht er von einer völligen Durchseuchung der Bevölkerung aus. Der Wissenschaftler hat sich in der Krise nie ein Blatt vor den Mund genommen. So sagte er im August, dass die Maskenpflicht und auch die Aufhebung der Maskenpflicht keinerlei messbare Auswirkungen auf die Ansteckungssituation in Österreich gehabt hätte.

Covid-19 viel harmloser als befürchtet

Die Krankheit habe „nicht diese Bedeutung, die man ihr ursprünglich zugemessen hat“. Tatsächlich aber wäre die Sterblichkeit im Bereich von 0,23 Prozent, wie eine aktuelle Metastudie der Stanford-Universität ergeben hätte. Die ursprünglich befürchteten 30 Prozent Sterblichkeit hätten sich nicht bewahrheitet. Der Stanford-Wert „passt haarscharf zu unseren Daten“, so Allerberger. Dennoch wäre nicht zu unterschätzen, dass die Sterblichkeit bei Menschen über 65 Jahren höher wäre als bei der saisonalen Grippe. Todesfälle in Altersheimen wären in jedem Fall zu erwarten.

Nicht jede Regierungsmaßnahme wirksam

Den eigentlichen Gipfel der Covid-Infektionen sieht der Infektiologe „im Dezember oder Jänner“, und meint zur derzeit herrschenden Diskussion über die Verschärfung der Maßnahmen der Regierung: „Es ist nicht so, dass bei jeder Maßnahme hundertprozentig belegt ist, dass sie die richtige Wirkung hat. Die Sperrstunde vorverlegen ist ein gutes Beispiel. Viele sagen, das ist ein Fehler, weil die Leute dann privat feiern. Aber es ist eine von vielen Maßnahmen. Es signalisiert, dass wir eben soziale Kontakte reduzieren müssen. Es geht darum, das Problembewusstsein zu unterstreichen.“

Virus kann nicht ausgerottet werden

Das Virus könne jedenfalls nicht ausgerottet werden. Die WHO wäre gut beraten, diese Darstellung fallen zu lassen. Jeder würde das Virus früher oder später bekommen, „außer er stirbt vorher“. Einen zweiten Lockdown erachtet er in keinem Fall für notwendig: „Ich glaube, dass man mit Maßnahmen, die gelinder sind, das gleiche Ziel erreichen kann.“

Eindämmung ab 42 Prozent Durchseuchung

Neue Erkenntnisse in Sachen Herdenimmunität geben auch Anlass zur Hoffnung, so der Epidemiologe: „Ursprünglich dachten wir, wir brauchen eine Durchseuchung von 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung, um eine Herdenimmunität zu erreichen, also damit das Ganze von selbst zum Stillstand kommt. Die Werte von zum Beispiel Ischgl, Bergamo oder Wuhan zeigen, dass bereits eine Durchseuchung von 42 Prozent dazu führen könnte, dass die Leute sich nicht mehr gegenseitig anstecken. Daran wird weiter geforscht – stimmt es, würde es zu einer früheren Entspannung führen, als wir ursprünglich gerechnet haben.

Das Interview kann noch für einige Tage hier nachgehört werden.