Ein Video des Präsidenten der oberösterreichischen Arbeiterkammer, Johann Kalliauer, zur bevorstehenden AK-Wahl sorgt aktuell in mehrerlei Hinsicht für Aufregung. Der Spitzenkandidat der „Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen“ (FSG) solidarisiert sich in dem rund einminütigen Film mit den Worten „es hat gute Gründe, warum die Menschen auf die Straßen gehen“, mit den „Donnerstagsdemos“ gegen die türkis-blaue Bundesregierung.

Im Hintergrund seiner „Ansprache“ laufen Bilder von Leuten mit Schildern und Kerzen – ständig begleitet von pulsierendem Polizei-Blaulicht, Trommeln und radikal wirkenden Sprechchören. Brisant dabei ist, dass Kalliauer, der in dem Video davon spricht, die Leute würden spüren, dass der Respekt für ihre Leistung verloren gehe, in seiner Rolle als AK-Präsident auftritt – und der Film somit aus Geldern der Arbeiterkammer finanziert wurde.

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Für Berufstätige – nicht für Berufs-Demonstranten

Ein ebenfalls auf Facebook geteiltes Wahlkampf-Video des Spitzenkandidaten der Freiheitlichen Arbeiternehmer Oberösterreich, Gerhard Knoll, wirkt indes wie eine direkte Antwort auf den AK-Spot. Im Video der Blauen werden Arbeitnehmer, wie beispielsweise Mechaniker und Kellnerinnen jenen Berufs-Demonstranten entgegengesetzt, die man mutmaßlich in Kalliauers Film sieht. „Andere streiken und demonstrieren. Wir arbeiten. Unaufgeregt. Für Österreich“, stellt Knoll in seinem Video klar.

Mahr: „Mehr Neutralität, weniger Parteispielchen“

„Die Arbeiterkammer ist trotz historisch roter Einfärbung immer noch parteiunabhängig“, beharrt daher auch der freiheitliche Klubobmann Herwig Mahr und fordert AK-Präsidenten Kalliauer in seiner Funktion zu mehr Neutralität und weniger „Parteispielchen“ auf. „Insbesondere im Wahlkampf müsste er streng zwischen seiner Eigenschaft als Kandidat und als Vertreter der AK unterscheiden. Das wäre er allen Kammermitgliedern schuldig.

„Rote FSG soll mit der AK gleichgesetzt werden“

Es hängen auch Plakate mit Kalliauer aus, die denen der roten Gewerkschafter stark ähneln sollen. „Keine Frage: Bei den Plakaten der Arbeiterkammer handelt es sich eindeutig um einen Versuch, die FSG in der öffentlichen Wahrnehmung mit der Arbeiterkammer gleichzusetzen“, fährt Mahr fort und fordert abschließend: „Die FSG soll die Kosten mit ihrem Wahlkampfbudget übernehmen“.