Sterbehilfe

In Österreich ist die aktive Sterbehilfe verboten. Heute, am Donnerstag, befragt der Verfassungsgericht Befürworter und Gegner der Sterbehilfe. Im Falle einer Liberalisierung ist mit dem Widerstand der Seniorenverbände zu rechnen. 

Vier Antragssteller, darunter zwei Schwerkranke und ein Arzt fordern, dass die Tötung auf Verlangen in Österreich erlaubt wird. Die Antragssteller sehen durch das Verbot ihre Grundrechte  verletzt. Unter der derzeitigen Rechtslage hat, wer andere beim Selbstmord unterstützt, mit Strafen in der Höhe von 6 Monaten bis zu 5 Jahren Haft zu rechnen.

Grüne forderten Sterbehilfe

Im Jahr 2001 sprachen sich Teile der Grünen für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe aus. 1998 legte eine Gruppe von Ärzten, Ethikern und Juristen das Manifest „Menschenwürdiges Sterben“ vor, in dem sie die aktive Sterbehilfe forderte.

Seniorenverbände dagegen

Die österreichische Bundesregierung spricht sich für die Beibehaltung des Verbots der aktiven Sterbehilfe aus: Sie diene dem Schutz des Lebens anderer und entspringe der Schutzpflicht des Staates gegenüber vulnerablen Personen. Seniorenverbände kündigten bereits ihren Protest gegen eine mögliche Legalisierung an. Sie fürchten den Missbrauch der Sterbehilfe und erteilen einer Liberalisierung der aktiven Sterbehilfe ihr „klares Nein“.

Befürworter und Gegner werden befragt

Der Verfassungsgerichtshof befragt sowohl Befürworter als auch Gegner einer Legalisierung der Sterbehilfe. Nach den Anhörungen will der VfGH weiter beraten. Die Entscheidung soll in der Folge schriftlich oder mündlich erfolgen.