Die Ermittlungen gegen die ÖVP haben die korrupte Verflechtung von Politik und Medien aufgezeigt. Doch etabliert wurde dieses System schon vor Jahren von der SPÖ – die Türkisen haben es bloß perfektioniert. Club 45, Lucona-Affäre und der Noricum-Skandal zeigen, wie das System gewachsen ist.

Die Ibiza-Affäre rund um H. C. Strache wurde in den Medien ebenso hochgekocht wie die Hausdurchsuchung beim BVT unter dem damaligen Innenminister Kickl. ORF und Mainstream berichteten, „dass Herbert Kickl den Nachrichtendienst mit ‚seiner‘ Polizei hat stürmen lassen. Was man dabei bewusst übersehen hat, ist, dass das in Österreich gar nicht möglich ist, denn die fallführende Staatsanwaltschaft ist immer Herrin des Verfahrens“, erklärte der FPÖ-Politiker Hans-Jörg Jenewein gegenüber dem Wochenblick.

Ibiza-Affäre als Blendgranate für System Kurz

Es war also keine Sache des Innenministers, sondern der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). „Genau jene WKStA, die bei manchen linken Zeitgenossen heute Kultstatus hat, denn sie führt heute sämtliche Verfahren gegen die ÖVP.“Es komme eben darauf an, was ins eigene Narrativ passt, so Jenewein. Auch Straches Ibiza-Video wurde zum Riesenskandal aufgebauscht, er musste gehen. Die FPÖ flog aus der Regierung. Kurz und seine ÖVP allerdings können nach einer kleinen Rochade weitermachen wie bisher.

Lucona-Skandal über Jahre unter Teppich gekehrt

Wie lange es dauern kann, bis Medien einen Polit-Skandal aufgreifen, zeigt die Lucona-Affäre. Von der Versenkung durch Sprengung des Frachtschiffes im Indischen Ozean 1977 bis zum Schuldspruch von Udo Proksch 1992 beschäftigte diese das Land. Zur Klärung insbesondere der politischen Verbindungen zur SPÖ wurde 1988 ein Untersuchungsausschuss eingesetzt. Die Folge war ein wahrhaftes Politbeben: Der damalige Nationalratspräsident Leopold Gratz und der Innenminister Karl Blecha (beide SPÖ) mussten zurücktreten. 16 weitere Politiker, Juristen und Spitzenbeamte mussten ebenfalls entweder ihren Hut nehmen, wurden angeklagt oder verurteilt.

Top-Themen & interessante Artikel der aktuellen Ausgabe:

  • Zum Geleit: Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich?
  • Österreich und die Welt: Hausdurchsuchungen und Verhaftungen: Die Sorge ist, ob schon wer ausgesagt hat
  • Wochenthema: Vergangene Skandale unter den Teppich gekehrt / Pharma-Panik, Schweinegrippe und weitere internationale Schweinereien
  • Im Gespräch: Kurz, Korruption, Karma: Strache sagte auf Ibiza, was Sache ist
  • Aus der Heimat: Verstärkter Trend zur Reparatur kaputter Geräte: Immer mehr Oberösterreicher werfen immer weniger weg
  • Krisen-Spezial: Tatsächliche Profiteure der Krise: Eine global herrschende Klasse, Multimilliardäre, Großkonzerne und deren Nutznießer
  • Mediathek: Mainstream zerfleischt sich: Der Neid ist ein Luder
  • Unsere Leute: Alt-Landesvater Josef Pühringer: „Chat-Protokolle & im Raum stehende Vorwürfe sind unangenehm“

In der österreichischen Medienlandschaft gibt es bis auf den „Wochenblick“ fast keinen wirklichen Widerstand. In den vergangenen Wochen und Monaten erreichten zahlreiche Leserbriefe die „Wochenblick“-Redaktion und zeigen, dass der „Wochenblick“ mit seiner Berichterstattung einen krisensicheren Kurs fährt. Dennoch übt die Regierung einerseits mit ihren Maßnahmen großen wirtschaftlichen Druck aus – und überschüttet andererseits ihr ergebene Medien mit Geld, um die demokratische Meinungsbildung zu ihren Gunsten zu verzerren.

Kritische Medien wie der „Wochenblick“ sind den Mächtigen hingegen ein Dorn im Auge, weil wir es als unseren Auftrag sehen, das Informationsbedürfnis der Bevölkerung mit verlässlichen Informationen zu stillen, indem wir schreiben, was andere verschweigen. Damit wir in diesem wichtigen Kampf um die Wahrheit wettbewerbsfähig bleiben können, bauen wir vor allem auf die Unterstützung unserer Leser. WIR sind auf IHRE Hilfe angewiesen! Empfehlen Sie uns ihren Freunden, Verwandten und Bekannten.

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