Berlin wurde wieder Schauplatz des israelfeindlichen Al-Quds-Marsches. Vorwiegend muslimische Migranten demonstrieren gegen die „zionistische Besatzung“ und fordern unverhohlen die Vernichtung Israels. Offener Judenhass auf den Straßen einer Nation, die sich ganz groß „Nie wieder!“ auf die Fahne geschrieben hat. Ein Lackmustest für den deutschen Rechtsstaat und der Demonstrationsfreiheit!

Eine Kolumne von Laila Mirzo

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„Hände abhacken!“

Zum 20. Mal zog heuer die antiisraelische Demonstration über den Berliner Kurfürstendamm. Etwa 1000 Teilnehmer schlossen sich dem Al-Quds-Marsch an, etwa genauso viele demonstrierten auf zwei Schauplätzen dagegen. Auf der einen Seite antifaschistische Gruppen, auf der anderen ein bürgerliches Bündnis. Mit 500 Einsatzkräften war die Polizei sehr präsent, musste aber nicht eingreifen, um ein Zusammentreffen der Demo-Lager zu verhindern. Die Al-Quds-Demo am alljährlichen „Internationalen Jerusalemtag“ ist im Iran ein gesetzlicher Feiertag.

1979 hatte der iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini „alle Muslime der Welt und alle Regierungen“ dazu aufgerufen, den „Besetzern und ihren Unterstützern die Hände abzuhacken“. Seitdem folgen weltweit zahlreiche Muslime dem Aufruf der Mullahs und Demagogen und demonstrieren jeweils am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan gegen Israel, dem Zionismus und auch gegen das Judentum selbst.

Hass gegen Israel

Da der Freitag in Deutschland ein Werktag ist, wird der Jerusalemtag traditionell auf den Samstag verlegt. So auch am 1. Juni in Berlin.Und diesmal war ich mitten drin!
Mit Freundinnen hatte ich mich eigentlich zum Besuch der Gegendemo verabredet, Vorort wollte ich mir aber doch ein Gesamtbild machen.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu offenen Hassbekundungen gegen Israel und Judenfeindlichkeit wurde unverhohlen skandiert, auch Parolen wie „Juden ins Gas!“. Zudem wurden israelische Flaggen verbrannt und Israel offen mit Vernichtung gedroht. Versuche, den Marsch dieser radikal-islamischer Gruppen und israelfeindlichen Organisationen seitens der Stadt Berlin zu verhindern, scheiterten. Ein Rechtsstaat garantiert eben auch dem politischen Gegner die Versammlungs- und Meinungsfreiheit.

Antifa: Nie wieder Deutschland!

Also sind wir hin, um unsere Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Durch eine Kreuzung getrennt, demonstrierte die Antifa gegen den Islam-faschistischen Mob aus vorwiegend muslimischen Migranten. Fast hatte ich eine partielle Sympathie für die linken Gegendemonstranten verspürt, als die aufgebrachte Menge „Nie! Nie wieder Deutschland!“ brüllte. Also kehrten wir ernüchtert dem linken Block den Rücken und gingen entschlossen, aber mit mulmigem Gefühl mitten in den islamistischen Block.

Drei Frauen, sommerlich gekleidet, wir fielen sofort auf, doch man duldete uns. Wahrscheinlich hielt man uns für linke „Gut-Frauen“, die ihre Sache unterstützten. Die Parolen wurden immer lauter, die „Demo-Animateure“ schrieen laut „Kindermörder Israel!“ und die Masse tobte befürwortend. Zwischendurch wurden alle auf Allah, Mohammed und Ali eingeschworen, die Gesichter verzerrt, die Augen hasserfüllt. „Genug gesehen, mir ist schlecht!“, gab ich Bescheid, endlich zur bürgerlichen Gegen-Demo gehen zu wollen.

Hier konnten wir dann aufatmen, wir waren unter Freunden. Hier sprach man über Respekt, Menschlichkeit und Freiheit, ein Gegenpol zu den anderen Demo-Lagern. Zwischen den Rednern wurde Elektromusik aus Israel gespielt, als der faschistische Mob an uns vorbeizog, wurde die Musik extra laut gedreht und wir tanzten, sangen und waren alle sowas von „haram“! Unter den Besuchern der Gegen-Demo war auch Sawsan Chebli. Berliner Staatssekretärin für bürgerliches Engagement und Internationales. Als Tochter „palästinensischer“ Eltern und bekennende Muslimin erntet Chebli mit doppeldeutigen Aussagen zum Islam, dem Kopftuch und dem Nahostkonflikt erhebliche Kritik.

Lasst uns richtig „haram“ sein!

Unzählige YouTube-Videos und Memes erzählen die Chronik ihrer „unglücklichen“ Auftritte. Für viele gilt sie als „Witzfigur“ der SPD, ihre unbeholfenen Tweets sind legendär! Ich hätte mit ihr eine Diskussion über den Nahostkonflikt und der Unterdrückung der Frau im Islam beginnen können, aber ganz ehrlich? Ich hatte Mitleid! Es war, als hätte ich ein Kind vor mir stehen. Ein Kind mit viel Make-up zwar, aber dennoch ein Kind. Ich hatte eine Art „intellektuelle Beißhemmung“, ich kämpfe eben nur mit Gegnern, die mindestens gleich stark sind wie ich. Also machten wir ein schönes Selfie. Ich warte jetzt, bis sie erwachsen ist!