Während die österreichische Regierung derzeit noch dementiert, dass eine wie auch immer gerartete Impfpflicht kommen könnte, ist die öffentliche Debatte darüber bei unseren eidgenössischen Nachbarn längst im Gang. Mit Christoph Franz (60) mischt sich der Präsident des Pharma-Multis Roche jetzt in die Diskussion ein. 

Wie der Schweizer „Blick“ am Donnerstag berichtete, soll Franz gegenüber der „Handelszeitung“ erwähnt haben, dass er sich für „Impfobligatorien“ ausspricht. Seiner Ansicht nach sei der Herdenschutz in einer Bevölkerung immens wichtig, eine Impfung sei nicht nur für einen selbst ein Schutz. Immerhin räumt er ein, zu wissen, dass seine Position eine umstrittene Meinung darstellt.

Impfpflicht als vermeintlicher Freiheitsgarant?

Den freiheitsliebenden Schweizern versucht er diesen Standpunkt näherzubringen, indem er eben genau an den Freiheitsgedanken. Er glaubt, dass eine Impfung einen Verzicht auf Einschränkungen ermöglicht: „Insofern schafft eine Impfpflicht Freiheiten an anderer Stelle“. Priorität bei einer Impfung sollten jedenfalls Risikogruppen wie ältere Menschen haben. Auch wenn sein Konzern selbst kein Impfstoff-Geschäft betreibt – so ist er doch eine gewichtige Stimme aus der Branche.

Bei der Schweizer Bundespolitik kommt dieser Vorstoß vorerst nicht gut an. Wie der Schweizerische Gesundheitsminister Alain Berset (48) bestätigte, sei ein Impfzwang zum derzeitigen Zeitpunkt nicht geplant. Man möchte zwar eine Durchimpfungsrate in der Bevölkerung von 60 Prozent erreichen – dabei aber auf Freiwilligkeit setzen. Jeder Bürger solle selbst entscheiden, ob er eine Corona-Impfung in Anspruch nehmen möchte.

Gates-Geldspritze für Impfstoff-Firma wurde öffentlich

Derzeit schaut man auch in der Schweiz mit Spannung auf die Entwicklungen bei den Pharmakonzernen Pfizer (USA) und Biontech (Deutschland). Im Bezug auf letztere Firma aus Mainz ist interessant, dass das Unternehmen erst im Vorjahr eine üppige Finanzspritze über 50 Millionen Euro von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung erhielt.

Die Stiftung des IT-Milliardärs und seiner Frau setzt sich vehement für die globale Verfügbarmachung eines Impf-Serums ein – und wirkt in diesem Zusammenhang auch maßgeblich auf die öffentliche Meinung ein. Nicht zuletzt, weil Gates ein derart starker Wortführer im Hinblick auf die rasche Entwicklung eines Impfstoffs, befindet er sich im Visier von Corona-Kritikern. Zahlreiche von ihnen unterstellen ihm dabei, nicht mit offenen Karten zu spielen.

Dass ausgerechnet eine Firma unter dessen Geldhan den Zuschlag der Bundeseinrichtung „Paul-Ehrlich-Institut“ für die Entwicklung eines Impfstoffes erhielt, könnten kritische Beobachter für einen seltsamen Zufall halten. Auch, dass bereits seit Jänner, als die globale Auswirkung der Pandemie noch unklar war, offenbar daran geforscht wird, sorgt für einiges StirnrunzelnWochenblick berichtete.