Der Migrationsdruck südlich des Mittelmeeres erhöht sich stark. Laut einer aktuellen Studie des renommierten Pew-Research-Centers aus Amerika könnten rund 800 Millionen Afrikaner nach Europa auswandern wollen.

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts hat gezeigt, dass etwa zwei Drittel der Afrikaner nach Europa auswandern wollen. Die Gründe hierfür sind vielfältig – neben Hunger, Terror und Bürgerkriegen stellen aber auch viele Verwandte beziehungsweise sogenannte „Ankerpersonen“, die bereits in Europa sind, einen klaren Auswanderungsgrund dar.

Durch neue EU-Regelung gefördert

Ein Aspekt, der in der neuen EU-Dublin-Verordnung berücksichtigt wird: Asylanträge sollen laut dem EU-Plan in den Ländern abgehandelt werden, in denen sich bereits „Ankerpersonen“ der Antragssteller befinden. Laut Experten handelt es sich dabei um eine Extra-Belastung für jene Staaten, die bereits sehr viele Flüchtlinge aufgenommen haben!

Afrika wieder an Asyl-Spitze

Derzeit sitzen alleine in Marokko und Libyen etwa 450.000 Schwarzafrikaner fest, die auf eine Möglichkeit warten nach Europa zu kommen. Für viele ist Europa, aufgrund der einladenden Sozialsysteme ein Schlaraffenland. „Wir tun alles, um ins Paradies zu kommen“, gibt eine junge Frau in einem repräsentativen Interview als Grund an, die Gefahr der Wanderung nach Norden auf sich zu nehmen.

Europa wird afrikanisch!

Europa und USA bevorzugt

Aktuelle Flüchtlingsstatistiken untermauern die Pew-Research-Studie. Kamen die meisten Migranten in den letzten Jahren seit 2015 zumeist aus dem arabischen Raum oder Afghanistan, so haben sich nun Schwarzafrikaner wieder an die Spitze der Asyl-Statistiken gesetzt.

In Tansania und Ghana gaben sogar drei Viertel der Befragten laut Medienberichten an, auswandern zu wollen. Bevorzugt werden, wie auch in den anderen Staaten, in denen Umfragen gemacht wurden, Europa und die USA.

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Demographische Zeitbombe

„Die demografische Entwicklung ist eine tickende Zeitbombe“, warnt Raul Mateus Paula, der EU-Botschafter in Niamey, der Hauptstadt Nigers: „Sollte diese Entwicklung nicht gestoppt werden, könne es zu einer Katastrophe kommen.“

Der neue Pew-Report verweist darauf, dass mittlerweile die zweite Phase der Migration eingesetzt habe. Viele Befragte haben bereits ausgewanderte Freunde und Familie in Europa. Von denen werden sie stark zur Auswanderung motiviert und auch oftmals finanziell unterstützt.

Eine Unterbindung der Migrationsrouten in Afrika sei von der EU aber vorerst nicht zu erwarten. Bisher gibt es noch keine konkreten Pläne wie dieser mögliche Millionen-Ansturm aus Afrika für Europa zu verhindern oder zu verkraften sei.