Ein weiteres Beispiel grotesker, mit Zwanggebühren finanzierter, Propaganda lieferte der weitgehend regierungstreue ORF am Dienstagabend. Einmal mehr wurde dort gegen kritische Stimmen vom Stapel gelassen, die nach Diktion des Staatsfunks vielmehr „Verschwörungsmythen“ verbreiten würden. Die Hetze gegen alles, das dem offiziellen Narrativ nicht folgt, ist mittlerweile längst nicht mehr subtil, sondern offen. 

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Eigentlich sollte der Beitrag in der „ZiB Nacht“ ja nur den Grund anführen, weshalb man eine ehemalige profil-Journalistin als Stargast der Sendung zu ihrem neuen Buch befragte. Aber es war alles dabei, was das Herz des Mainstreams höher schlagen lässt. So etwa auch die Mär der „vielen Rechtsradikalen“ und „Verschwörungsgläubigen“ bei den zuletzt von etwa 15.000 Menschen besuchten Großdemos gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung.

Tendenziöse Einbettungen und betreutes Denken

Eines muss man dem ORF ausnahmsweise lassen: Er lässt diesmal auch normal wirkende Demoteilnehmer zu Wort kommen. Und diese geben darin zum Besten, dass man den Mainstream-Medien nichts mehr glauben könne. Eine Person im Beitrag verweist auf die wichtige Aufklärungsrolle alternativer Medien, ein anderer darf sogar zwei Schweizer Wochenzeitungen als Lektüre seiner Wahl bewerben.

Aber bereits hier ist die eigentliche Sauerei die Einbettung in einen tendenziösen Beitrag. „Krisen stellen nicht unsere Solidarität derzeit auf die Probe; auch Verschwörungstheorien – oder besser gesagt, Verschwörungsmythen haben derzeit Hochkonjunktur“, so der ORF-Moderator in seiner Anmoderation. Die eingeladene „Expertin“ solle bei der Suche nach Antworten helfen – nämlich einen Leitfaden abgeben, wie man „die Richtigen“ findet.

Perfides ORF-Framing spielt alle Stücke

Als Aktualitätshinweis verweist der ORF auf die Proteste in Holland. Allerdings zeigt er nicht die friedlichen Demonstranten, sondern „junge Männer“ – gemeint sind wie so oft Gruppen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund – die sich an Randalen beteiligen. Als treibende Kraft hinter deren Aufstand will der Staatsfunk aber ohne jeden Beleg „Verschwörungstheorien“ erkennen. Daraufhin folgt ein Schnitt.

Nun zeigt man Originalmitschnitte von der Demo in Wien am 16. Jänner; für den ORF ein Aufmarsch von „Corona-Skeptikern“. Die Information, dass „Verschwörungtheorien in dieser Pandemie eine neue Blütezeit“ feiern würden, untermalt der ORF ungeniert mit einem Video der Phantome-Kunstaktion. Ja, dieselbe Widerstandsgruppe, die man bereits mit einer widerlichen Sudelkampagne quer durch den Mainstream madig machte.

Strohmänner gegen die „Verschwörungsgläubigen“

So richtig absurd wird es aber erst ab dem Auftritt der Ex-Profil-Journalistin Ingrid Brodnig, die sich für eine Expertin zu „Fake News“ hält – natürlich mit einseitiger Schlagseite. Sofort baut sie als Strohmann die Behauptung einer Impfung mit einem RFID-Chip seitens Bill Gates als landläufige Darstellung auf – um dann dagegen zu argumentieren. Hier hält sie es für wichtig, dass man damit widerspricht, dass Impfungen generell wichtig seien. Auch der Moderator behauptet in der Folge, dass die Angst vor dem Mikrochip hierzulande „weitverbreitet“ sei.

Immerhin hält er diese Theorie für „harmlos“ – nur um Brodnig sofort zu nach Maßgabe der meisten Leute tatsächlich abenteuerlichen Theorien aus dem US-amerikanischen Q-Anon-Umfeld, die im heimischen Corona-Widerstand keine Rolle spielen, umzuschwenken. Die ‚Journalistin‘ und Autorin erklärt dann, dass der Glaube an eine Verschwörungstheorie auch den Glauben an die nächste bedinge. Sie erkenne dabei eine „Radikalisierung“, je früher man widerspreche, desto eher dringe man „mit Argumenten“ durch.

Böse Regierungskritiker gegen „bösen Außenfeind“?

Nun setzt erneut der Moderator auf eine weitere Eskalation des Besprochenen: „Was für mich bei allen Verschwörungstheorien auffällt, ist dass irgendwie Schuldige für das Übel dieser Welt gesucht werden. Das sind dann eben oft die Superreichen, die schwer greifbar sind. Das sind aber auch zum Beispiel Politiker oder Juden oder Muslime. Warum lassen sich so viele Menschen vor diesen rechtsradikalen und rassistischen Karren spannen?“

Brodnig nimmt diesen zugespielten Ball auf und verknüpft dies sofort mit den friedlichen Demos. Dort erkenne sie jede Menge „Rechtsextreme“, die auf andere Teilnehmer einwirken würden. Bereits, wer glaube, es handle sich bei der Pandemie um eine „Plandemie“, der baue einen „bösen Außenfeind“ auf. Dies könne dazu führen, dass man gar nicht mehr genau hinsehe, mit wem man nun gemeinsam demonstriere.

ORF erschafft seinen eigenen „Außenfeind“

Das Interview erörtert dann noch etwa eine Minute lang die vermeintliche Problematik von Rechtsextremen, die stets „Einfallstore in den Diskurs“ suchen und schwafelt etwas von psychologischen Phänomenen, dass Angst zu Verschwörungstheorien führen könne. So weit so gut – es soll den Deckmantel einer fundierten Analyse bieten. Für den unbedarften Zuschauer soll aber wohl der Eindruck entstehen: Geht nicht auf diese Demos, dort werdet ihr mit der Angst vor den Mächtigen und Verschwörungstheorien angesteckt.

Wirklich absurd an dieser ganzen Leier ist dabei, dass sich sowohl der Moderator als auch sein Interview-Gast durchwegs damit selbst einen „Außenfeind“ basteln. Sie stellen sich vor, wie Rechtsradikale mit irgendwelchen verrückten Theorien tausende gegen die ach so unfehlbare Regierung und ihre kleinen und mittelgroßen Sauereien im Hinblick auf die Grund- und Freiheitsrechte einpeitschen. Am Ende bleibt dann manch ein Zuschauer mit der Meinung übrig, es wäre eh gut, wenn Nehammer diesem Spuk ein Ende bereite.

Proteste als Querschnitt des österreichischen Volkes

In Wirklichkeit tummeln sich bei den mittlerweile auch in kleineren Städten stattfindenden Proteste aber eben genau kaum „Verschwörungsgläubige“. Sondern es sind ganz normale Menschen aus allen Bereichen des Lebens und allen Altersschichten und Berufssparten. Viele sind Mütter, die sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgen. Zahlreiche sind selber Unternehmer und sorgen sich um ihre Existenz.

Alle aber sind sie Verfechter der Freiheiten, die teils nach 150 Jahren innerhalb weniger Monaten im Kampf gegen den unsichtbaren Außenfeind des Virus erodiert wurden. Was vor einem Jahr unvorstellbar war, ist heute bittere Realität. Aber als mündiger Bürger haben Sie eine Möglichkeit, dem betreuten Denken von ORF & Co. eine Absage zu erteilen – indem Sie sich ein eigenes Bild machen.

31. Jänner in Wien: Machen Sie sich ein eigenes Bild!

Dies können Sie bereits am 31. Jänner um 13 Uhr auf dem Maria-Theresien-Platz in Wien tun, wenn die nächste Großdemo gegen die einschneidenden Maßnahmen und für die Freiheit der Bürger stattfindet. Ich kann Ihnen nicht garantieren, welche Eindrücke Sie davon mitnehmen – aber seien Sie vorbereitet: Es ist gut möglich, dass Sie feststellen, dass es ganz anders ist, als Ihnen der Mainstream glaubhaft machen will.

Der „Wochenblick“ berichtet bereits seit Monaten vom wachsenden Widerstand. Seit dem ersten Tag scheuten wir auch das Gespräch mit den Teilnehmern zu den Beweggründen für ihren Protest nicht. Wir unterhielten uns mit unzähligen Menschen, die ganz und gar nicht dem Narrativ der Einheitspresse entsprechen.

Am kommenden Sonntag werden wir erneut vor Ort sein. Und das tun wir nicht nur, um authentisch zu berichten – sondern auch, weil der Angriff auf die Grund- und Freiheitsrechte auch ein Angriff auf unsere Freiheit als Journalisten ist. Deshalb können und wollen wir nicht länger schweigen und unterstützen jeden friedlichen Protest gegen diese samt und sonders rücktrittsreife Regierung.