Aktuelle Ausgabe: Für Geld aufs Schlachtfeld

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Söldner und Glücksritter

Aktuelle Ausgabe: Für Geld aufs Schlachtfeld

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„Stellt euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin“: Diese Empfehlung von Bertolt Brecht leitete Generationen von Friedensaktivisten an. Seit dem Ausbruch des Krieges in Osteuropa gilt sie nicht mehr: Auch ein dubioses Vereins-Netz in Wien sammelt in einer Immobilie der Wiener Ärztekammer Ausrüstung für militärische Zwecke, eine Netz-Seite rührte die Werbetrommel für Kriegsfreiwillige an der ukrainischen Front. Der Verfassungsschutz ermittelt – und ein Riesen-Skandal bahnt sich an. 

Frontkämpfer aus europäischen Ländern für Selenski: Da schaut die Politik weg. So erklärte die deutsche Innenministerin Nancy Faeser, dass man Menschen, die aus Deutschland in den Ukrainekrieg ziehen, nicht verfolgen will. Die „internationale Legion“ hatte bereits nach einer Woche über 16.000 ausländische Interessenten, die sich über die Botschaften gemeldet hatten.  Mitte März berichteten erste Medien, dass auch österreichische Söldner in der Ukraine kämpfen. Dort dienen sie vor allem als Kanonenfutter, wie ein deutscher Ex-Soldat im Ö1-Interview erzählte: „Der Großteil der Einheiten, die die Legion selber aufstellt, ist vollkommen unerfahren. Die können überhaupt nicht einschätzen, was dort auf sie zukommt.“ Für viele der „Freiwilligen“ sei die einzige Gewissheit der Tod. 

Halboffizielles Söldnertum

Doch für ÖVP-Kanzler Nehammer ist alles eitel Wonne. Er kann trotz Neutralität seine Nähe zur ukrainischen Führung nicht oft genug betonen. In Berlin sagte er Ex-Boxweltmeister in verstörend kumpelhafter Nähe zu, die Sanktionen gegen Russland bis zum bitteren Ende mitzutragen. In der Vorwoche fuhr er nach Kiew, um Selenski zu umgarnen. Dabei steht auch gerade dessen langjähriger Förderer, der Oligarch Igor Kolomojski, im Verdacht, Söldner-Verbände zu finanzieren.

Auch das nationalistische Asow-Regiment soll sein Geld genommen haben. Dessen Aktivitäten im Donbass, die sich oft gegen die russische Minderheit richteten, befeuerten Putins Erzählung von der „Denazifizierung der Ukraine“. In den aktuellen Kämpfen war es, etwa bei Häuserschlachten in Mariupol, erneut an vorderster Front. Unlängst erwähnte einer seiner Kommandanten, dass der „Kollaps des russischen Imperiums und Putins“ ein Kriegsziel sei. Zum ersten Höhepunkt des Konflikts 2014 kam etwa ein Zehntel seiner Kämpfer aus dem Ausland, auch aus dem deutschsprachigen Raum.

Rekrutierung im Herzen Wiens

Eigentlich ist es im neutralen Österreich strafbar, Parteien bewaffneter Konflikte finanziell oder durch die Bildung von Freiwilligenkorps zu unterstützen. (§ 320 StGB) Und tatsächlich stellte sich heraus, dass die ukrainische Botschaft Kämpfer in Wien rekrutieren wollte. Doch Schwarz-Grün begnügte sich damit, die Vertretung auf die Unzulässigkeit der Kampagne hinzuweisen und zu erklären, dass österreichischen Staatsbürgern, die der Legion beitreten, der Entzug der Staatsbürgerschaft drohe.

Dass die Anwerbung heimischer Freiwilliger als Söldner weiterlief, zeigte ein schockierender Aufruf auf der Seite „helpforukraine.at“. Ein Friedensaktivist erstattete bereits Anzeige, was den Verfassungsschutz auf den Plan rief, es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung. Und: Im Netz der Wiener Ukraine-Hilfe ist es nicht die einzige Auffälligkeit.

Top-Themen & interessante Artikel der aktuellen Ausgabe

  • Wochen-Blick: Aus der Verantwortung ins Ausland geflohen
  • Österreich und die Welt: Diese Sanktionen treffen die eigene Bevölkerung
  • Wochenthema: Mitten in Wien: Sammlung für Selenski-Söldner / Söldner, Landsknechte, Abenteurer
  • Im Gespräch: Zwischen Söldnern, Atomkrieg und dem Schutz der Neutralität
  • Aus der Heimat: Familie steht jetzt vor dem finanziellen Ruin
  • Wissenschaft: Die Impfpflicht: Nichts als eine Pflanzerei und auch medizinisch durch Nichts zu begründen
  • Im Gespräch: Fitnessstudio-Besitzer wegen Corona-Kritik im Kreuzfeuer der Behörden
  • Mediathek: Staatsfunk-Moderator Lanz will “kein Teil der ukrainischen Propaganda” werden
  • Unsere Leute:  Ein-Personen-Unternehmen droht jetzt verstärkt die Zahlungsunfähigkeit

In der österreichischen Medienlandschaft gibt es bis auf den „Wochenblick“ fast keinen wirklichen Widerstand. In den vergangenen Wochen und Monaten erreichten zahlreiche Leserbriefe die „Wochenblick“-Redaktion und zeigen, dass der „Wochenblick“ mit seiner Berichterstattung einen krisensicheren Kurs fährt. Dennoch übt die Regierung einerseits mit ihren Maßnahmen großen wirtschaftlichen Druck aus – und überschüttet andererseits ihr ergebene Medien mit Geld, um die demokratische Meinungsbildung zu ihren Gunsten zu verzerren.

Kritische Medien wie der „Wochenblick“ sind den Mächtigen hingegen ein Dorn im Auge, weil wir es als unseren Auftrag sehen, das Informationsbedürfnis der Bevölkerung mit verlässlichen Informationen zu stillen, indem wir schreiben, was andere verschweigen. Damit wir in diesem wichtigen Kampf um die Wahrheit wettbewerbsfähig bleiben können, bauen wir vor allem auf die Unterstützung unserer Leser. WIR sind auf IHRE Hilfe angewiesen! Empfehlen Sie uns ihren Freunden, Verwandten und Bekannten.

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