Alle Jahre wieder

Ein Weihnachtsgedicht der besonderen Art

Alle Jahre wieder

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Von Mag. Elisabeth Mirschitzka

Je näher s´ruckt, die Weihnachtszeit,
umso gschaftiger wern d´Leit.
„´s Gschäft muass gehn, sunst kummst net mit!“
Über allm steht der Profit.

Das Weihnachtsfest is nur a G´spü;
´s bleibt eam der Nam`, doch sunst net vü.
Und aa wegn die neichn Gäst`
schaff ma´s langsam ab, des Fest.

Denn bei Weihrauch, Weihnachtsluft,
bei „Stille Nacht“ und Kekserlduft,
bei Kerzenschein und Bienenstich da leiden die ganz fürchterlich.

Aa der guate Nikolaus
geht nimmermehr von Haus zu Haus,
denn mit sein´ Bart und mit sein´ Steckn
Tat er die kloan Gäst` verschreckn.

Weg mit alle Weihnachtslichtln,
Kokosbusserl, Weihnachtswichtln,
Andachtsjodler, Weihnachtsstern,
Linzer Augn und Mandelkern,
Engelchor und Hirtenmarsch,
Weihnachtskarpfen, Weihnachtsbarsch,
Lichterglanz und Räuchermanndl,
Krippnliader, Weihnachtsstandl.

Daran miassen ma uns gwöhna:
Am „Wintermarkt“, da gibt’s jetzt Döner;
Kamele siagst statt Hirsch und Reh,
und statt´n Glühwein gibt’s an Tee.

Koa Krippn gibt’s mehr samt´n Stall,
– Fröhliche Weihnacht überall! –
Weg mit Maria, Jesuskind,
mit Josef und „Hirten, eilt geschwind“!

Nur die drei Weisen vom Morgenland,
die habn bei uns an bessern Stand,
denn es kann sein, dass die – laut Plan –
die versproch´nen Fachleit san.

Türkränz´ mit Mistln und Tannenzapfen
Christbaumkugln , Weihnachtskrapfn,
Weihnachtsfriedn, Wunderkerzn,
des alles kinnat ma verschmerzen –

Wir haum nur an anzign Wunsch:
Lasst‘s uns wenigstens den Punsch!

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