Als das „Urvieh der Nation“ in den Musikantenhimmel flog

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Als das „Urvieh der Nation“ in den Musikantenhimmel flog

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Erinnern Sie sich noch an Erich Mathias Mayer, besser bekannt als Hias, die humoristische Einlage in Karl Moiks „Musikantenstadl“? Im Juli vor zehn Jahren schied Hias freiwillig aus dem Leben. Es war ein Samstag und er war zu Hause in seiner Wohnung in Donnersbach.

Statt Leo Walch schreibt ausnahmsweise Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Er zog seinen besten Anzug an, legte sich ins Bett und schoss sich mit dem Gewehr ein Loch in den Kopf. Hias war 57 als er starb. Dass er zeitweise sehr depressiv war, war nur seinen engsten Freunden bekannt.

Beim Abschiedsgottesdienst kam es zum Eklat

Die Stadl-Nation trauerte um den Komiker, darunter auch viele Schärdinger, die sich noch am ehesten an diesen schwarzen Samstag erinnern dürften, weil der Hias an diesem Abend in ihrer Stadt hätte auftreten sollen, zusammen mit dem Ligister-Trio. Doch als er zum vereinbarten Zeitpunkt nicht auf der Matte stand, schlug Ligister-Chef Ewald Münzer Alarm. Zum Begräbnis seines langjährigen Show-Begleiters war auch Karl Moik angereist.

Aber weil sich die beiden 1991 im Streit getrennt hatten, kam es beim Abschiedsgottesdienst in der Kirche zum Eklat. Denn ein mit Hias befreundet gewesener Bauer hat Moik unverblümt aufgefordert, zu gehen. Dabei begleitete Hias den Karl schon seit dem ersten Musikantenstadl am 5. März 1981 in Enns, weil das Publikum einen Narren an dem komischen Steirer und seinem Lied vom Laurenziberg gefressen hatte.

Unfreiwillig zum „Urvieh und Spaßmacher der Nation“

Dabei war Hias eher unfreiwillig zum „Urvieh und Spaßmacher der Nation“ geworden. Denn im Alter von 12 Jahren hatte Erich Mathias Mayer bei einem Unfall seinen Kiefer und seine Zähne eingebüßt. Dadurch konnte er später gut Grimassen schneiden, was er im „Musikantenstadl“ auch nach Kräften tat. Doch in seinem Innersten sah es gar nicht so lustig aus. Nur wenige wussten von seinen depressiven Schüben und einen davon hat auch die oö. Schlagerkomponistin Hanneliese Kreissl-Wurth mitbekommen, als Hias einmal ohne ersichtlichen Grund und ohne ein Wort zu sagen aus einer wichtigen Besprechung lief und verschwand.

Seine Stimmungen schwankten zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Noch zu Lebzeiten hat Hias seinen Bekannten öfter seinen Freitod avisiert. „Aber wenn ich es tue, dann so, dass es passt“, hat er beispielsweise einmal zu Sepp Mattelschweiger, dem Chef der Musikgruppe „Juchee“ gesagt. Als den Hias im Jahr 2005 dann auch noch seine Frau Regina nach 30-jähriger Ehe verließ, dauerte es keine zwei Jahre mehr, bis für ihn alles passte. Moik ist ihm vor zwei Jahren in den Musikantenhimmel nachgefolgt.

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