Als es noch den guten, alten Dorfgendarmen gab…

Als es noch den guten, alten Dorfgendarmen gab…

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Die österreichische Gendarmerie ist seit 2005 Geschichte. Aber die meisten Österreicher werden sich noch gut an ihren Ortsgendarm in seiner graublauen Uniform erinnern, der gern an den Straßenrändern kleinerer Ortschaften lauerte, um nach Verkehrssündern und anderen Gesetzesbrechern Ausschau zu halten – wie früher auch der mittlerweile 84-jährige Karl Fuchs aus St. Valentin, der nicht nur gute Erinnerungen an seine Zeit als ländlicher „Dorf-Sheriff“ hat.

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Diese meist strengen Gendarmen waren in unserem Staat stets gefürchteter als ihre Polizeikollegen in den Städten. Sogar vor ihren lebensgroßen Abbildungen, denen man vielfach an Ortseinfahrten begegnete, schreckte man sich als Autofahrer.

Der Gendarm war eine respekteinflößende Person

Das war auch Sinn und Zweck, denn der daher rasende Automobilist sollte durch den Anblick des Papp-Gendarmen dazu bewegt werden, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, was meist funktionierte. „Für die meisten Menschen war der Gendarm tatsächlich eine respekteinflößende Person“, bestätigt Karl Fuchs, der in den 1950er-Jahren, also in der Anfangszeit der österreichischen Nachkriegsgendarmerie, selbst ein Angehöriger dieses militärisch straff organisierten Wachkörpers war.

Der sorgte seinerzeit auf 98 Prozent unseres Staatsgebietes für Sicherheit. Um den Rest kümmerten sich Polizeibehörden. Dort, wo keine Polizei über die Aufrechterhaltung der Ordnung wachte – das waren vor allem Dörfer und kleinere Orte – war die Gendarmerie zuständig. Doch leicht hatten es die „Schantinger“, wie die Gendarmen umgangssprachlich genannt wurden, in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht.

Wenig Lohn und rüder Umgangston

Denn für ein Monatssalär von 1.300 Schilling waren sie täglich nicht nur vielen Gefahren ausgesetzt, auch durch schwer kriminelle Ganoven, und darüber hinaus lagen sie sehr oft auch noch mit schikanierenden Vorgesetzten im Dauerclinch, weil diese oft in einem rüden Kasernenhofton mit ihren Untergebenen kommunizierten. Zudem waren die Gendarmen auch noch schlecht ausgerüstet und unzureichend bewaffnet.

„Mancherorts gab es Posten, in denen nur eine einzige Dienstpistole verfügbar war, nämlich die des Kommandanten“, weiß Fuchs. „Der Rest der Postenbesatzung ging mit einem Karabiner, einem leichten, kurzläufigen Militärgewehr, auf Streife.“ Gendarmen, das war zu Fuchs‘ Zeiten noch üblich, durften in ihrer Freizeit ihren Dienstort ohne Abmeldung höchstens drei Tage im Monat verlassen.

Das nannte man „Absentierung“. Wollte einer länger weg, musste er um „Stationsverlass“ ansuchen. Außerdem hatten Gendarmen, die sich verloben und heiraten wollten, von ihren Vorgesetzten eine Genehmigung einzuholen, damit geprüft werden konnte, ob die Gattin und deren Familienangehörige des Gendarmens auch würdig sind.

Staatsempfänge, Paraden und Filmaufnahmen

„Das kann man sich heute alles gar nicht mehr vorstellen“, sagt Fuchs, der am 12. November 1933 in Bruck/Leitha (NÖ) geboren wurde, wo für ihn – einen gelernten Einzelhandelskaufmann – die beruflichen Möglichkeiten und Karrierechancen sehr begrenzt waren.

Daher wollte er sein Glück im Staatsdienst versuchen. So hat sich Fuchs für den Gendarmerie-Dienst beworben und am 4. Mai 1953 ist er zur Ausbildung in die Wiener Rennweg-Kaserne eingerückt. Was danach passierte, hatte sich der 20-jährige zunächst nicht so vorgestellt.

Denn in der Erinnerung sieht er sich dort nur marschieren. „Wir marschierten im Gelände, bei Staatsempfängen, bei Paraden und sogar bei Filmaufnahmen, für die man uns als Statisten eingesetzt hatte wie beispielsweise für „Deutschmeister“ und „Kaisermanöver“.

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