Bio-Lebensmittel: 70 Prozent sind importiert!

Bio-Lebensmittel: 70 Prozent sind importiert!

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

70 Prozent der, in der heimischen Gastronomie und Großküchen angebotenen, sogenannten „Bio“-Lebensmittel werden aus dem Ausland importiert.

Das Bild vom österreichischen Alpen-Landwirt, der auf der Weide spaziert und dem Supermarkt fröhlich Obst, Gemüse, Milch, Brot und Fleisch zuliefert, ist somit eher ein Marketing-Gag als Realität. Außerdem finden sich zunehmend Produkte aus billigem Ersatz wie Palmöl, Analogkäse oder Kokosfett in den Supermarktregalen wieder.

Leo Steinbichler (Team Stronach) kritisiert den Preiskampf: “Wenn ein Kilo Schweinfleisch im Laden 5,90 Euro kostet, der Schweinebauer aber gerade einmal 1,40 Euro bekommt, wie soll da kostendeckend gewirtschaftet werden, geschweige denn biologisch?” Er fordert eine sofortige Umsetzung des auch von anderen Oppositionsparteien unterstützten österreichischen Qualitätsgütesiegelgesetzes und kritisiert weiters Agrarminister Andrä Rupprechter für eine verfehlte Politik im Landwirtschaftssektor.

Ist Bio-Ware aus dem Ausland klimafreundlich?

Bio-Äpfel aus Neuseeland, die im Winter um die halbe Welt geflogen werden, schaden dem Klima. Bei Bioware aus dem europäischen Ausland ist der Nutzen angesichts der langen Transportwege in vielen Fällen ebenso fraglich. Es gibt zwar Studien, die besagen, dass in manchen Fällen ein längerer Transport klimafreundlicher ist als die Erzeugung außerhalb der Saison. So schadet offenbar der hohe Energieverbrauch, der nötig ist, im Winter Salat im Gewächshaus zu ziehen, dem Klima mehr als der Import aus Spanien. Allerdings beziehen sich diese Studien auf konventionelle, nicht-Bio Lebensmittel. Der Aufwand, Bio-Lebensmittel im Ausland anzubauen ist meist weit größer, da die Auflagen strenger sind und oft gänzlich neue Areale aufgezogen werden müssen, die einen massiven Wasserverbrauch nach sich ziehen. So gab es etwa Bio-Erdäpfel aus der ägyptischen Wüste, die stark in Kritik geraten sind. Erdäpfel sollte es in Österreich wohl genug geben.

Prinzipiell bleibt zu sagen: Obst und Gemüse, das in der Saison auch bei uns wächst, über lange Strecken zu transportieren, ist zweifelhaft und widerspricht der Bio-Philosophie. Wer die Umwelt schonen will, kauft besser regional und saisonal ein.

 

++++

Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen kritischen Journalismus unterstützen?
Dann tun Sie das mit einem ABONNEMENT unserer Wochenzeitung!

Freistadt: Zahl der Sex-Attacken heuer mehr als vervierfacht

Bio-Lebensmittel: 70 Prozent sind importiert! TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel
vor 2 Stunden, 37 Minuten