Bundesliga-Reform: Regionalligen vor dem Aus?

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Bundesliga-Reform: Regionalligen vor dem Aus?

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Der Countdown läuft: Im Sommer 2018 kommt es im heimischen Fußball zu einer umfassenden Ligenreform. Die Bundesliga wird von zehn auf zwölf Vereine aufgestockt, die zweite Liga wird künftig mit 16 Klubs gespielt. Die drei Regionalligen in der „dritten Liga” sollen zwar bleiben, werden aber stark entwertet. Wir plauderten mit dem Direktor des OÖ Fußballverbandes, Raphael Oberndorfinger und anderen Funktionären über diese große Reform.

Mit SV Ried, dem LASK und Blau-Weiß Linz sind derzeit drei OÖ Mannschaften in den höchsten beiden heimischen Ligen vertreten. Alle drei Klubs sehen die Reform positiv, die nach Ende der kommenden Meisterschaft, im Sommer 2018, kommt. Die ersten beiden Klubs der zweiten Liga steigen in die Bundesliga auf, aus den drei Regionalligen rücken die beiden Erstplatzierten nach.  „Es ist abzuwarten, was das für die Regionalligen bedeutet. Wir gehen davon aus, dass es die Regionalligen weiter geben wird, auch wenn es für unsere Kärntner Klubs wirtschaftlich sehr schwierig ist, dort zu bestehen”, sagt dazu Klaus Mitterdorfer, Präsident des Kärntner Fußballverbandes. „Es muss eine Lösung für die Regionalligen gefunden werden. Über einen Meistertitel in den Landesligen freuen sich derzeit wohl nicht viele Vereine”, sagt FC Wels-Pressesprecher Lukas Aitzetmüller.

Anpassung der Rahmenbedingungen unumgänglich

Alois Penninger, Obmann von Regionalligist Gurten, sieht die Ligenreform skeptisch. „In einer zweiten Liga mit 16 Klubs können wir uns vorstellen, mit dabei zu sein. Grundsätzlich sehen wir aber auch die Entwicklung der Regionalliga positiv.” OÖFV-Präsident Raphael Oberndorfinger geht im Interview ins Detail:
Raphael Oberndorfinger, wie sieht der OÖFV die Ligenreform der Bundesliga und Ersten Liga aus? Aufgrund der zu lösenden Problemfelder war eine Anpassung der Rahmenbedingungen unumgänglich. Da es sich um das Ergebnis eines langen Evaluierungsprozesses handelt, sind wir überzeugt, dass es zum aktuellen Zeitpunkt die bestmögliche Lösung ist. Für uns als Landesverband liegt der Fokus aber nun darauf, wie der Unterbau ab der dritten Leistungsstufe zu gestalten ist.
In der Regionalliga Mitte steigen die ersten beiden Teams im kommenden Jahr auf. Wie sehen Sie die damit einhergehende Schwächung dieser 3. Liga?
Theoretisch können bis zu drei Teams aus der Regionalliga Mitte aufsteigen. In Anbetracht der Gesamtsituation, nämlich dass eine funktionierende zweite Leistungsebene gewährleistet sein soll, ist diese Schwächung in Kauf zu nehmen.

Österreichweite einheitliche Lösung

Wie soll es aus Sicht des OÖFV nach diesem Aderlass mit den Regionalligen weitergehen: auflösen oder weitermachen?
Der Standpunkt des OÖFV orientiert sich am Interesse der betroffenen Vereine. Wir haben im Februar den direkten Austausch gesucht und alle OÖ-Regionalligisten eingeladen. Dabei hat man sich klar für den Erhalt der Regionalligen ausgesprochen. Diesen Standpunkt wird der OÖFV im ÖFB einbringen, wo letztlich die Entscheidung über die mittelfristige Zukunft der dritten Leistungsebene fallen wird. Man muss aber festhalten, dass es aufgrund möglicher sich abzeichnender Probleme, beispielsweise ein Nichtvorhandensein der notwendigen Anzahl an Teams in den drei Regionalligen, theoretisch auch zu einer Änderung der bisherigen Struktur kommen kann. Welche Signale empfangen Sie diesbezüglich vom steirischen und vom Kärntner Verband?
Priorität hat eine österreichweit einheitliche Lösung, daher kommt bei der Entscheidungsfindung den Interessen aller neun Landesverbände die gleiche Bedeutung zu.

30 Prozent mehr Zuseher

Wird es Initiativen seitens des OÖFV (Auflösung, Aufwertung o.ä.) geben?
Wir wollen im Interesse der betroffenen OÖ-Vereine agieren und warten einmal die Entscheidung des ÖFB ab. Dann wird sich bei der Umsetzung zeigen, ob die künftige Form der dritten Leistungsstufe praxistauglich, also sportlich wertvoll und wirtschaftlich sinnvoll ist. Wie sehen Sie die Entwicklung der OÖ Liga in den letzten Jahren? Die OÖ-Liga hat ihre Sonderstellung als landesweites Aushängeschild positiv untermauert. Ein Indiz dafür sind die um rund 30 Prozent gestiegenen Zuseherzahlen     und die intensivere mediale Berichterstattung. Wird der Prozess der Professionalisierung fortgesetzt, wird die Entwicklung auch weiterhin erfreulich sein.

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