Das Ende der politischen Börsen?

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Samhabers Finanz-Check

Das Ende der politischen Börsen?

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Einen Tag nachdem die „Jamaika“-Sondierungsgespräche in Berlin geplatzt sind, erwarteten viele Beobachter und Interessierte der Finanzbranche einen Kursverlust an den – vor allem deutschen – Börsen.

Finanz-Check von Dr. Herbert Samhaber

Doch er blieb aus – ganz im Gegenteil. Der DAX stieg sogar und schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent an diesem Tag ab. Interessierte Bürger fragten mich daher, wie das sein konnte? Ist dass das Ende der politischen Börsen? Ist der Einfluss der Politik auf die Ereignisse der Wirtschafts- und Finanzwelt dahin?

Börsen mittlerweile entspannter?

Mitnichten! Aber tatsächlich häufen sich in jüngster Zeit die auf den ersten Blick unlogisch wirkenden Reaktionen an den Börsen, welche scheinbar gelernt haben, mit medial hochgepeitschten Ereignissen viel „entspannter“ umzugehen als früher.

Beispielsweise gingen die Börsenkurse im Februar 2015 plötzlich nach unten: Gründe dafür waren lediglich die unnachgiebige Haltung der griechischen Regierung im Schuldenstreit und die diplomatische Eskalation in der Ukraine-Krise.

Jamaika ging baden – aber nicht die Börsen

Im konkreten Fall – Ende der Jamaika-Sondierungsgespräche in der Bundesrepublik – ist die Reaktion des DAX als Gesamtes aber eigentlich logisch und erklärbar, wenn man etwas tiefer in die Materie eindringt und gewisse Dinge begreift.

Eine Jamaika-Koalition hätte eine sogenannte „Energiewende“ für Deutschland bedeuten können, vor allem wenn man an die Regierungsbeteiligung von Bündnis90/Die Grünen denkt. Große Energieriesen wie RWE oder auch E.ON wären möglicherweise – vorsichtig ausgedrückt – etwas vor den Kopf gestoßen worden.

Dies bleibt nun – zumindest kurz- bis mittelfristig – aus. Und – wie der (Nicht-)Zufall so will – waren es die Kurse gerader dieser börsennotierten Unternehmen, welche nach der Verkündigung des Jamaika-Endes gestiegen sind und den ganzen DAX beflügelten.

Wer daher rechnete, dass ein Scheitern dieses politisch komplizierten und möglicherweise höchst instabilen Dreier- (eigentlich Vierer-) Bündnisses zu Unsicherheiten auf den Märkten führen würde, wurde eines Besseren belehrt.

Leitzins­politik bleibt wesentliche Einflussgröße

Es dürften jedoch tatsächlich im ersten Moment fatal wirkende Ereignisse – zumindest suggerieren dies immer wieder viele Populärmedien – wie beispielweise der „Brexit“ (der Austritt des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union) oder die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika – nicht mehr so „hektisch“ von den Börsen und Märkten widergespiegelt werden. Und das ist auch gut so.

Sollte jemand jedoch nun glauben, dass der Einfluss durch die Entscheidungen der Politik komplett zurückgegangen wäre, der irrt. Eine wesentliche Einflussgröße wird die Leitzins­politik der Notenbanken EZB in Europa und der FED in den USA auf die weltweiten Finanzmärkte bleiben. Es scheint, dass – aus meiner Sicht überflüssige – sprunghafte Kurs­entwicklungen ausbleiben (können), große Gesamtereignisse – seien diese nun positiv oder negativ – jedoch weiter die Märkte bestimmen.

Werte interessierte Leser,
falls Sie Fragen zum Thema dieses Beitrages haben oder andere zu den Themen Geld und Vermögen stehe ich gerne auch für persönliche Gespräche bzw. Termine zur Verfügung. Bitte schreiben Sie mir einfach ein E-Mail an:
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