Der launige April: Ein Sonderfall…

Der launige April: Ein Sonderfall…

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Es ist keine Schande, am 1. dieses Monats in den April geschickt worden zu sein. Man klopfe sich vielmehr auf die Schulter und betone, sich aufopferungsvoll der aktiven Brauchtumspflege gewidmet zu haben…

Doch Spaß beiseite: Der Monat April, der bekanntlich „macht, was er will“, nimmt eine Sonderstellung im Kalender ein.

Es fängt schon damit an, dass er aus der altrömischen Namensgebung im ersten Halbjahr ausschert. Man ist Götternamen gewohnt, doch kann man aprilis wirklich mit der Liebesgöttin Aphrodite in Zusammenhang bringen, die noch dazu bei den Römern ja Venus heißt?

Sterbetag des Judas

Oder doch lieber mit den Knospen im Frühling, womit wir bei der Wortwurzel „aperire“ für „öffnen“ landen. Oder sollen wir uns mit „apricus“ für „sonnig“ anfreunden? Als zwei römische Kaiser, nämlich Nero und Commodus, den April für sich vereinnahmten, dauerte die Phase der Umbenennung nicht lange, die Namen sind längst Schall und Rauch.

Merken kann man sich aber noch immer die deutschen Bezeichnungen, vor allem den von Kaiser Karl dem Großen eingeführten „Ostermond“ sowie die nur noch selten verwendeten Begriffe Wandelmonat, Grasmond oder Launing. Mit dem 1. April hat es übrigens nicht nur eine launige, sondern auch eine religiös-tragische Bewandtnis.

Dieses Datum steht nämlich als Geburts- und Sterbetag des Judas, zudem wurde der Erzengel Luzifer an diesem Tag aus dem Himmel verstoßen und treibt seither als Teufel sein Unwesen. „Der April hat seine Faxn, des isch a alter Huat, s Wetter macht er, wia er will, und für uns nit alm immer guat.“ Diese Tiroler Bauernregel steht stellvertretend für den launischen Monat, der den Vorhersagen der Meteorologen so manchen Strich durch die Rechnung macht. Unlängst spöttelte ein Radiomoderator: „Entweder sie sagen kein bestimmtes Wetter voraus – oder sie zählen alle Möglichkeiten auf…“ Und das aus gutem Grund, denn „Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick.“

Wetterregel und Lostage

Natürlich ist der April reich an ihm zugeschanzten Wetterregeln, -sprüchen und Lostagen. Sollte es in der nächsten Zeit noch einmal schneien, braucht man Frau Holle nicht einmal einen Vorwurf zu machen, sagt doch die Erfahrung: „Aprilschnee düngt besser als Schafmist.“ Und man sollte auch den sogenannten Unbillen des Wetters positive Seiten abgewinnen, denn: „Bläst der April recht laut ins Horn, dann steht es gut um Heu und Korn.“ Ja, mehr noch: „Ist der April feucht und nass, füllt er uns Stadel und Fass.“

Noch besser: „Treibt der April es richtig toll, wird die Scheune sicher voll.“ Und noch einen Spruch draufgesetzt: „Wenn der April ein Spektakel macht, gibt es Heu und Getreide in voller Pracht.“ Schlussendlich wollen wir noch den heiligen Georg vor den Vorhang bitten, der an seinem Lostag (23. April) ein Auf und Ab zur Auswahl in die Spruch-Auslage stellt: „Reitet St. Georg wild auf seinem Schimmel, kommt ein schöner Frühling vom Himmel.

Ist er aber lind und mild, wird das Wetter wieder wild.“ Und halten es mit den gefiederten Himmelsboten, denn „wenn sich zu St. Georg eine Krähe im Roggen verstecken kann, folgt ein gutes Getreidejahr.“

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