Die armen Seelen als hilfreiche Wegweiser

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Die armen Seelen als hilfreiche Wegweiser

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Ein Beitrag zu Allerseelen

Als „Fuchtlmandln“ den Weg wiesen

Die erste Hälfte dieser Woche war/ist von den beiden Totengedenktagen dominiert, auf dessen zweiten (2. November) wir hier besonders eingehen wollen. Er ist zwar kein gesetzlicher Feiertag wie Allerheiligen, aber schulfrei. An Allerseelen (lateinisch: in commemoratione omnium fidelium defunctorum) gedenkt die römisch-katholische Kirche ihrer Verstorbenen. Durch Gebet, Fürbitte, Almosen und Friedhofsbesuch gedenken die Menschen aller Armen Seelen im Fegefeuer und wenden ihnen Ablässe zu.

Der Gedenktag geht auf Abt Odilo von Cluny zurück, der ihn in allen von Cluny abhängigen Klöstern einführte. Das Dekret aus dem Jahr 998 ist noch erhalten. Bald wurde der Allerseelentag auch außerhalb der Klöster gefeiert. Für Rom ist er seit Anfang des 14. Jahrhunderts bezeugt. Von Cluny aus verbreitete sich der Termin in der ganzen lateinischen Kirche. Er steht theologisch in enger Verbindung mit der Lehre vom Fegefeuer (Reinigungsort, Purgatorium) als Ort der Läuterung der Verstorbenen, die Hilfe von den Lebenden durch Gebet, Fasten und Almosen erhalten.

Urlaub vom Fegefeuer

Aus den Sagen geht hervor, dass an besagtem Tag die armen Seelen Urlaub vom Fegefeuer haben und dieses für den begrenzten Zeitraum verlassen dürfen.In vielen Geschichten müssen sie herumirren und auf ihre Erlösung durch einen Menschen warten. Wobei sie als kleine, in der Luft tanzende Lichter auffallen, die in manchen Gegenden auch „Fuchtlmandln“ genannt werden.

Aus unserem Bundesland seien zwei Geschichten zitiert, enthalten in „Sagen aus Oberösterreich“ von Erich Weidinger (Verlag Uberreuter/2002). Eine handelt von einem Mann aus Schweinbach/Gemeinde Engerwitzdorf im Mühlviertel, der mit seinem Fuhrwerk von Linz nach Hause unterwegs war. In der Dunkelheit hörte er beim Schweinbacher Wald plötzlich ein Jammern und Seufzen. Als er ein tanzendes, ihn verfolgendes Lichtlein erblickte, fiel er aus Angst vom Wagen. Er rappelte sich auf, begann zu beten und gelobte, an dieser Stelle erinen Kreuzweg zu errichten, sollte er unversehrt nach Hause kommen. Das Jammern hörte nun auf, das Lichtlein geleitete den Mann bis zu seinem Haus.

Er ließ, wie gelobt, einen Kreuzweg aufstellen, womit die arme Seele erlöst war. Dieser befindet sich in jenem Teil des Schweinbacher Waldes, der sich von der Ortschaft Holzwiesen in südlicher Richtung erstreckt.

Eine andere Sage führt uns nach Mehrnbach bei Ried im Innkreis, wo sich ein junger Mann in der Dunkelheit im Wald verirrte. Der Orientierungslose kniete nieder und betete für die armen Seelen in der Hoffnung, dass ihm ein Lichtlein erscheine. Tatsächlich wie ihm ein helles Leuchten den Heimweg. Plötzlich blieb das Licht in der Luft stehen, der Bursche drehte sich um und sagte erleichtert: „Ich dank dir schön, Licht.“ Worauf er eine leise menschliche Stimme vernahm, die ihm antwortete: „Vergelts Gott, dass du mich erlöst hast.“ Worauf das Licht weg – und der Jümgling alsbald zu Hause war.

Mittlerweile sind diese „Fuchtlmandln“ durch blendende Scheinwerfer von Autos ersetzt, in denen Navigationsgeräte den Weg weisen …

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Schon wieder: Terrorfahndung bei Asylwerbern!

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