Energiekrise absurd: Jetzt auch Sauna-Schließungen in München

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Wenn das Gas ausgeht wirds kalt

Energiekrise absurd: Jetzt auch Sauna-Schließungen in München

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In Bayern nehmen die Bemühungen zum Energiesparen immer mehr Fahrt auf. Dabei liefern die Berichte aus dem Freistaat ein ebenso erschütterndes wie unfreiwillig komisches Sittenbild des grünen Krisen-Deutschlands im Jahr 2022: Ab diesem Montag, den 1. August werden alle zehn Saunen der öffentlichen Bäder in der bayerischen Landeshauptstadt geschlossen.

Die „vorübergehende“ Einstellung des Saunabetriebs sei unumgänglich, so die Stadtverwaltung und die Versorgungsbetriebe, weil auch die Stadtwerke zu Einschränkungen gezwungen seien. Der neue Energie-Rationierungskurs wird seit dem 21. Juni gefahren, um den Gasverbrauch angesichts drastisch gedrosselter russischer Gaslieferungen zu drücken. In den Freibädern, in den beheizten Außenbecken der Hallenbäder und im letzten noch gasversorgten Hallenbad wurden seither die Mindesttemperaturen konstant abgesenkt.

„Der Lage gerecht werden“

Um dennoch niemanden vom Schwimmenlernen abzuhalten oder gar Kinder zu beunruhigen, wird die Temperatur der Lehrschwimmbecken von 29 auf lediglich 28 Grad gesenkt. Für Kinder besteht die „Hoffnung”, dass die Temperaturen in den Plantschbecken bei 32 bis 34 Grad verbleiben, weil diese an verschiedenen Kreisläufen hängen. Die Bäder-Chefinnen Nicole Gargitter und Clara Kronberger erklären dazu: „Wir haben die Optionen nach dem Maßstab bewertet, den Besuchern weiter die Möglichkeit zu geben, in unseren Bädern Schwimmen zu lernen, sich zu entspannen und sich fit zu halten – und gleichzeitig der aktuellen Lage gerecht zu werden. Wie sich die Situation zum Herbst und Winter hin entwickelt, beobachten wir natürlich weiter und entwickeln mit unserem Team entsprechende Handlungsmöglichkeiten.“

Auch der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter betonte, die Stadtverwaltung werde mit „gutem Beispiel“ beim Energiesparen vorangehen. Deshalb dürfen Büros nur noch mit maximal 19 Grad Raumtemperatur beheizt werden, wenig benutzte  Flure oder Räume gar nicht mehr. Sämtliche Heizkörper werden gewartet und darauf überprüft, ob sie die Energie auch effizient genug weitergeben. Zudem müssen die Verwaltungsmitarbeiter in der Aula auf warmes Wasser verzichten.

Wie im Krieg

In den Sommerferien gilt dies auch für städtische Schulen – außer solchen, die Kinder und Jugendliche während der Ferien betreuen. Im Rahmen des „Fifty-Fifty-Programms” erhalten Schulen, die eifrig nach Energiesparmöglichkeiten suchen, Extraprämien. Das Rathaus und andere historische Gebäude werden nicht mehr angestrahlt, Straßenlampen gedimmt, selbst auf den Hauptstraßen wird die Beleuchtung ab 22 Uhr reduziert. Fast die Hälfte aller Ampeln wird zeitweise abgeschaltet, Brunnen werden nachts stillgelegt. So etwas gab es zuletzt im Zweiten Weltkrieg.

Vorbild Venezuela?

Während das öffentliche Leben– quasi nach dem Vorbild Venezuelas – auf Mangelwirtschaft heruntergefahren wird, sind die Münchner natürlich ebenfalls aufgerufen, so viel Energie wie nur irgend möglich zu sparen. Besonders brave Strom- und Gasknauserer dürfen sich über eine „Belohnungsprämie” freuen: Wer 20 Prozent des Jahresverbrauchs einspart, erhält 100 Euro, bei zehn Prozent immer noch ganze 50 Euro von der Stadt. Damit kann er dann einen Bruchteil der inflations- und preisexplosionsbedingten Strommehrkosten ausgleichen.

Statt dem von Berlin und Brüssel und deren irrwitziger Sanktionspolitik renitent Paroli zu bieten, überbietet man sich auch in München in kreativer Mitmach- und Anpackmentalität darin, den Mangel sportlich zu nehmen und geradezu als lustvolle „Challenge“ zu zelebrieren: So starten die Stadtwerke zum 1. Oktober den Energiesparwettbewerb „Jede Kilowattstunde zählt”, bei dem die Energierechnung für den Oktober 2022 mit der aus dem vergangenen Jahr verglichen wird. Je mehr man spart, desto mehr Geld erhält man. Da macht das Frieren Laune!

Sogar Krematorien auf Sparflamme

Auch in anderen Teilen Bayerns schreckt man vor kaum noch etwas zurück, um die Bevölkerung manipulativ-propagandistisch auf einen Winter in (Energie-)Armut zu wappnen: Nächtliche Verdunkelung ist auch hier Trumpf; die Lichter werden vieler-, wenn nicht allerorts früher abgeschaltet, die Beleuchtung öffentlicher Gebäude begrenzt oder ganz eingestellt, Freibäder nicht mehr beheizt, Hallenbäder geschlossen, Ampeln ausgeschaltet, die Temperatur in städtischen Gebäuden begrenzt.

Augsburg setzt sogar noch einen drauf, indem es sogar noch die Temperatur des Krematoriums auf 750 Grad begrenzen will – vorausgesetzt, das städtische Umweltamt gibt seine Zustimmung (ob aus die Leichen nicht gleich auch noch als Brennstoff genutzt werden, war nicht in Erfahrung zu bringen). Zwar kann man noch keine Summe nennen, allerdings geht die Stadt von einer finanziellen Einsparung aus, die „deutlich bemerkbar” sei.

Mit Grauen also verfolgt man, wie der ewige deutsche Untertan sich wieder einmal lieber im Erfinden und Befolgen absurder Maßnahmen überbietet, als deren Ursachen zu hinterfragen. Viele werden voller Stolz die staatlichen Almosen fürs freiwillige Frieren einstreichen, die Verantwortlichen für diesen Irrsinn aber brav wiederwählen. 

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