Erinnerungen an die Schulzeit in Goisern

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Erinnerungen an die Schulzeit in Goisern

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„Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht“, sagt „Mostrocker“ Gerhard Egger (67) über seinen Freund aus Kindertagen und Musikkollegen Wilfried Scheutz, der den Kampf gegen den Krebs am 16. Juli verloren hat.

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

„Mit ihm ging einer meiner frühen musikalischen Weggefährten“, sagt Egger über Wilfrieds Tod und würdigt den Verstorbenen, der im Wienerwald wohnte, als einen, der Zeit seines Lebens ein „durch und durch gerader Friedl“ war.

„Mostrocker“ Gerhard Egger aus Lambach über den Tod von Wilfried Scheutz

Übers Internet bin ich zuletzt mit ihm in Kontakt gewesen, sagt Egger, der in Lambach zu Hause ist, allerdings sei das nun auch schon wieder ein halbes Jahr her. Früher war der Kontakt zwischen ihm und Wilfried intensiver, als die beiden gebürtigen Salzkammergütler noch in Goisern die Schulbank drückten. „Wir gingen in die Hauptschule“, erzählt Egger: „Er war in der A-Klasse, wo alle Kinder aus Goisern zusammengefasst waren“, darunter auch Jörg Haider. Ich als Gosauer war wie alle Auswärtigen in der B-Klasse.“

Schon frühzeitig war Wilfried durch seine Musikalität und sein gutes Gitarrenspiel aufgefallen. Dennoch habe ihn, den Zwölfjährigen, ihr gemeinsamer Musiklehrer Franz Atzmannsdorfer einmal ermahnt, der Friedl möge sein Instrument doch ein wenig exakter zupfen, worauf der – nicht auf den Mund gefallen – konterte: „Wenn der Gerhard den Solojodler rhythmisch genauer singen tät, könnt‘ ich ihn auch genauer begleiten.“

Erste Erfolge

Egger gibt heute zu, dass Wilfried damals recht gehabt hat. Der Scheutz war schon in sehr jungen Jahren ein selbstbewusster, dominierender Typ. Angeblich sei er von einem Lehrer in der Schule gemobbt worden, erzählte er mir einmal bei einem Zusammentreffen in der heute nicht mehr existierenden Diskothek „Karussell“ im Jahr 1975 in Gunskirchen bei Wels.

Doch Wilfried, der später wie ein Fels zwischen allen musikalischen Brandungen stand, war durch so ein bisserl Mobbing nicht klein zu kriegen – im Gegenteil: Er hatte damals nach „Mary, oh Mary“ gerade seinen zweiten Ohrwurm „Ziwui Ziwui“ (1974) veröffentlicht, womit er den Grundstein für so etwas wie den österreichischen Alpinrock legte. Denn „zwischen der Musik der steirischen Kern-Buam und jener der Rolling Stones wollte er justament keinen Unterschied erkennen“, schreibt die „Presse“.

Eigene Wege

Ähnliches gilt auch für Gerhard Egger, der später mit „Schene Leni“ und „Gemma’s an“ alpin- oder mostrockermäßig nachlegte, nachdem er schon in den 1970er-Jahren als Sänger, Gitarrist und Songschreiber der Gruppe Art Boys Collection Furore gemacht hat. Bereits 1971 hatte Egger mit „Jesus said“ den 3. Platz der Discoparade des Radiosenders Ö3 gestürmt. Jeder von ihnen sei seinen eigenen Weg gegangen, betont Egger.

Für Wilfried und Gerhard trennten sich die Wege nach der Hauptschule und es hat dann eine Weile gedauert bis sie sich Mitte der 1980er-Jahre wieder kreuzten. „Ich habe damals für Werner Zauner, einen meiner Klassenkameraden aus Hallstatt, ein Lied mit dem Titel „Hallstatt“ geschrieben. Er hatte damals gerade seinen Hit von der „Grille“ veröffentlicht. Aber nachdem Wilfried das Hallstatt-Lied gehört hatte, wollte er es unbedingt für sich haben. Er änderte allerdings den Text und hat es dann unter dem Titel „Sag warum“ herausgebracht. Heute ist Gerhard Egger froh, ihm diesen Song überlassen zu haben, wie er betont, zumal Zauner nur wenig später bei einer Routineoperation verstarb.

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