„Hier im Ort ist die Feuerwehr für uns alles!“

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In kaum einer Freiwilligen Feuerwehr engagieren sich so viele Frauen wie im verschlafenen Örtchen Unterstetten. Von den insgesamt 16 Damen nehmen zehn im Juli bei der Feuerwehr-WM in Villach teil.

Der „Wochenblick“ ließ sich beim Training von den sportlichen Teilnehmerinnen begeistern und sprach mit Oberlöschmeister Sonja Pöttinger (29) über das traditionelle Ehrenamt.

Starke Gemeinschaft

Wochenblick: Was bedeutet für dich die Feuerwehr?

Sonja Pöttinger: Die Feuerwehr ist für mich Gemeinschaft, Zusammenhalt, eine Herausforderung durch die Bewerbe und ein sportlicher Ausgleich. Mein Mann und ich sind beide bei der Feuerwehr und wir wollen unseren zwei Kindern (3, 1) ein Vorbild sein und ihnen Nächstenliebe vorleben. Es ist wichtig, anderen Leuten zu helfen und ein Ehrenamt zu machen. Heutzutage ist das ja leider nicht mehr so üblich.

Ist das denn in eurem Ort anders?

Ja, bei uns in Unterstetten ist die Feuerwehr alles. In einer Stadt oder in größeren Ortschaften ist der Zusammenhalt nicht so groß und vieles anonymer. Es verstreut sich auch mehr, weil es mehr Vereine und Organisationen gibt. Wir hier sind so ein kleiner Ort, da gibt es nur die Feuerwehr und alles dreht sich darum. Ohne sie gäbe es nicht so eine starke Gemeinschaft und Kameradschaft sowie auch keine regelmäßigen Feste. Egal, ob bei einem Brand, bei Veranstaltungen oder kleineren Einsätzen – alle helfen zusammen. Tagsüber rücken auch Senioren und Mütter aus, wenn die anderen in der Arbeit sind.

Ist es denn eine Pflicht in eurem Ort bei der Feuerwehr zu sein?

Nein, gar nicht, es ist ja nicht jeder bei der Feuerwehr. Es geht einfach um den Zusammenhalt und der ist im ganzen Ort groß. Wenn man aber von außerhalb als Neuer in den Ort zieht, ist es schon wichtig, sich zu engagieren. Da bietet die Feuerwehr eine gute Gelegenheit, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Für viele Städter ist das vielleicht etwas schwieriger, weil sie es anders gewöhnt sind.

Ferienprogramme

Warum engagieren sich bei euch so viele Frauen?

Das begann bereits vor einigen Jahren, als die ersten Mädchen in der Jugendgruppe mitwirkten. Als diese dann auch in den Aktivstand wechseln wollten, war das in unserer Feuerwehr, im Gegensatz zu einigen anderen, selbstverständlich möglich und somit der Grundstein für die Damengruppe. Das bekam schließlich eine gewisse Eigendynamik, und zog auch die Freundinnen unserer Feuerwehrmänner in den Bann.

Ihr habt also nicht wie viele andere Feuerwehren einen Mangel an Nachwuchs?

Nein, weil wir immer schauen, dass Nachwuchs da ist und unsere Jugendgruppen sehr fördern. Wir machen Ferienprogramme und unternehmen viel mit ihnen, so dass der Reiz und die Gemeinschaft gestärkt werden. Dann freuen sich alle, wenn sie dann mit 16 in den Aktivstand kommen, also richtige Feuerwehrmänner werden.  Es war auch hier schon mal so, dass es keine Jugendgruppe mehr gab, weil sich zu wenige dafür interessierten. Zum Glück ging es dann wieder bergauf und seitdem schauen wir besonders, dass das erhalten bleibt. Man muss aktiv auf die Jungen zugehen, weil viele nicht wissen, was es da alles gibt.

Wann und wie bist du eigentlich zur Feuerwehr gekommen?

Ich bin schon zwölf Jahre dabei und durch meinen Mann auf den Geschmack gekommen. Er hat mich mit seiner Begeisterung angesteckt, hat mich oft zu den Trainings mitgenommen und als dann immer mehr Damen dazu gegangen sind, bin ich auch beigetreten. Es haben sich Freundschaften gebildet und man lebt sich immer mehr zusammen.

Feuerwehrbewerbe und Training

Mit den Kindern ist der Zeitplan wahrscheinlich sehr strikt?

Naja, man kann sich alles richten. Ich arbeite im Labor als Chemikerin und trainiere normalerweise zweimal in der Woche zwei Stunden bei der Feuerwehr und in der Bewerbssaison auch öfter. Aber seitdem ich Kinder habe, geht es sich leider nicht mehr aus an allen Bewerben und Trainings teilzunehmen. Dennoch unterstütze ich meine Gruppe bestmöglich.

Welchen Zweck haben die Bewerbe denn eigentlich?

Es ist ein Training für den Ernstfall. In diesem Fall simulieren wir einen Löschangriff von der Wasserentnahmestelle bis zum Brandobjekt. Dabei ist es wichtig, Gerät und Mannschaft zu kennen, und den Umgang miteinander zu üben. Dies erfordert nicht nur Kraft, sondern auch Ausdauer und Nervenstärke. Deshalb machen wir auch viel Sport. Wir haben zum Beispiel Trainingslager, gehen laufen, machen Zirkeltraining und auch Mentaltraining. Beim Bewerb geht es nicht nur um das Gewinnen, sondern vielmehr darum, die hart erkämpfte Trainingsleistung auf den Punkt zu bringen!

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