„Ich werde keine einzige Strafe bezahlen!“

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Bei rebellischer Frau aus Aigen stapeln sich schon eine Menge Strafbescheide

„Ich werde keine einzige Strafe bezahlen!“

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Sonya Brigitte Kiniger (58) aus Aigen im Mühlkreis sammelt Polizeistrafen wie andere Pokale. Ungewollt, sagt sie, denn sie habe nicht darum gebeten. Dennoch zeigt sie sie triumphierend herum und sagt kämpferisch, dass sie keine einzige davon bezahlen werde. Lieber säße sie dafür ein.

Eine Kuriosität von Kurt Guggenbichler

„Ich habe nichts, mir kann man nichts pfänden“, betont sie, zudem hätte sie auch Zeit, um „in den Häfn“ zu gehen.

Die lebensfrohe Frau würde sich auch einige Zeit dafür nehmen müssen, denn mittlerweile könnten die Strafverfügungen schon einen Aktenordner füllen, und es ist zu befürchten, dass bald neue Strafen dazukommen.

Bei denen, die Sonya bereits zugestellt wurden, geht es auch um aggressives Verhalten gegenüber Polizeibeamten plus Beschimpfungen.

Warum Ausweis zeigen?

Dieses Verhalten soll in zwei Fällen ihre Reaktion auf die Aufforderung der Beamten gewesen, sich auszuweisen. Damit hat sie ihren eigenen Worten zufolge Probleme. „Warum sollte ich das tun?“, fragt sie trotzig.

Kiniger steht nämlich auf dem Standpunkt, dass sie als österreichische Staatsbürgerin, die ein Leben lang als Verkäuferin gearbeitet und nichts angestellt habe, dazu nicht verpflichtet sei.

Dabei verweist die in Australien geborene Frau, die ab dem dritten Lebensjahr in Frankenburg aufwuchs und danach lange in Leonding lebte, auf einen Zwischenfall, den sie am 17. Mai auf dem Bahnhof in Salzburg erlebte.

Dort hatte sie auf einen Anschlusszug nach Linz gewartet. Zur Verkürzung der Wartezeit habe sie sich am Bahnhofsvorplatz zu anderen Leuten gesetzt, mit denen sie ein Bier trank, wie sie erzählt, zumal es ein schöner Tag war.

Als sie dann die Toilette im Bahnhofsgebäude aufsuchen musste, sei sie mit der Bierdose in der Hand und barfuß einer mehrköpfigen Polizei­strei­fe begegnet, der sie gut gelaunt ein wenig flapsig zugerufen hätte: „Habt ihr nix Besseres zu tun als Abstandsregeln zu kontrollieren?“

In Handschellen

Prompt wurde sie daraufhin aufgefordert, sich auszuweisen. Sonyas Antwort: „Ich habe doch nichts gemacht.“ Was dann passierte, schildert Kiniger so: „So schnell konnte ich gar nicht schauen, hatte man mir die Arme auf den Rücken gedreht und mich in Handschellen zum Bahnhofsposten geschleift.

Das verursachte höllische Schmerzen, da ich mir im Vorjahr beim Skifahren einen komplizierten Oberarmbruch zugezogen hatte. Folglich begann ich zu schreien, was die überwiegend jungen Polizeibeamten mit Gelächter quittierten.

Auf dem Posten sperrten sie mich in eine Zelle, durchwühlten meine Tasche und ließen mich nach einer Stunde wieder laufen.” Ein paar Tage später flatterte der 58-Jährigen eine Polizeistraf­verfügung von rd. 200 Euro wegen aggressiven Verhaltens gegenüber Polizeibeamten ins Haus, wogegen Frau Kiniger nun Einspruch erheben und den Staat auf Schmerzensgeld verklagen will.

Bald will sie sich mit ihrem Anwalt treffen, um den konkreten Fall zu besprechen.
Bei ihren anderen Strafen, die sie sich in der Zeit davor in Linz und Aigen-Schlägel eingehandelt hatte, dürften keine Einsprüche mehr möglich sein oder auch keine mehr von ihr gemacht werden.

Dafür will sich Frau Kiniger eben einsperren lassen, „falls sie mich finden“, fügt sie schnippisch hinzu. „Ich bin nämlich nur selten daheim.“ Irgendwie, scheint es, dürfte die Frau mit der Michael-Kohlhaas-Mentalität das Unglück geradezu anziehen.

Doch sie selbst macht darob alles andere als einen unglücklichen oder verzweifelten Eindruck. Im Gegenteil: „Ich“, bekennt die Blondine, „bin immer für jeden Blödsinn zu haben.“

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