In Ebelsberger Kaserne beginnt die Suche nach verborgenen Relikten

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Im Sommer geht es los

In Ebelsberger Kaserne beginnt die Suche nach verborgenen Relikten

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Noch in diesem Sommer sollen sich in der früheren Ebelsberger Kaserne Bagger durch das Erdreich wühlen, um nach möglicherweise unentdeckten Militärrelikten zu suchen. Doch die Aussichten, Sensationelles zu entdecken, sind ziemlich gering.

Von Kurt Guggenbichler

Bei Arbeiten am Areal der ehemaligen Hiller-Kaserne in Linz-Ebelsberg wurde unlängst ein oberirdischer Kleinbunker entdeckt, den die Natur jahrzehntelang verdeckt hatte.
Das Bundesdenkmalamt hofft nun, weitere Baurelikte oder auch Ausrüstungsgegenstände im Erdreich des südlichen Kasernenareals zu finden.

Was wird man finden?

Denn dort sind auf einer alten Luftaufnahme der US-Air-Force vom 13. August 1944 nicht näher zu identifizierende weiße Flecken auf dem heute unbebauten Areal zwischen der großen Wiese in der Kasernenmitte und der Bundesstraße 1 zu sehen. Für Othmar Rittenschober (Bild), einen Experten für die Kasernengeschichte, handelt es sich bei den Flecken vermutlich um bereits ausgehobene Baugruben. Denn auf diesem Gelände hätten den alten Plänen zufolge die Gebäude für das Stabsbataillons des SS-Regiments errichtet werden sollen. Dieses Vorhaben hat das Kriegsende letztlich vereitelt.
Rittenschober ist überzeugt, dass man in der Kaserne keine Relikte von historischem Wert aus der großdeutschen Epoche finden wird. Eher würden die Bagger entsorgten amerikanischen Militärabfall aus den Baugruben bergen.

Das Amt will es wissen

Eine alte, verrostete Kabeltrommel eines US-Fernmeldetrupps sowie einige Helmrelikte seien auf dem Kasernengelände bereits zutage gefördert worden. „Liegt da vielleicht noch mehr in der Erde verborgen?“, fragte sich Heinz Gruber vom OÖ Bundesdenkmalamt. Um Gewissheit zu bekommen, lässt er daher den Eigentümer danach graben und noch in diesem Sommer solle damit begonnen werden.
Othmar Rittenschober, der als Bundesheerangehöriger jahrelang in der Kaserne stationiert war und diese wie seine Westentasche kennt, wünscht dem Unternehmen viel Erfolg. Zweifellos wäre es auch für ihn interessant, wenn man etwas Bedeutendes fände, doch daran glaubt er ebenso wenig wie sein früherer Militärkollege Bruno Giacomuzzi, der sich bei einem Rundgang durch das alte Kasernengelände nur wundert, wie schnell sich die Natur die früheren militärischen Wohnblöcke zurückerobert hat. Von Rittenschober wird die geplante Wühlaktion dennoch mit Wohlwollen betrachtet, denn schließlich gehörten auch Altlasten aus dem Erdreich entsorgt.

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