Irgendetwas muss man doch machen

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Von Ämtern und Medien enttäuscht

Irgendetwas muss man doch machen

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Die Zahl der Frustrierten in diesem Land wächst weiter. Einer von ihnen ist der 44-jährige Bernhard Jung aus Urfahr, der sich nicht nur auf Grund persönlicher Erfahrungen irgendwie zu kurz gekommen und schlecht behandelt glaubt in diesem Land und folglich im Internet bei einer nicht ganz durchschaubaren Plattform Hilfe und Gleichgesinnte sucht.

Ein Beitrag von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Von den etablierten Medien hat Bernhard Jung erst mal die Nase gründlich voll. Zu enttäuschend seien seine Erfahrungen mit lokalen Zeitungen und auch mit der etablierten Politik verlaufen, weshalb er sich der Bewegung GPÖ (Gemeinsame Plattform Österreich) zugewendet hat, die sich aber erst noch entwickeln müsse wie er sagt.

Oft enttäuscht

Was diese Gruppierung („Kooperationsbasis für Parteien, Bürgerinitiativen & aktive Menschen“) konkret bezweckt und was er sich von dieser erhofft, scheint Jung, von Beruf Raumausstatter, selbst nicht so genau zu wissen oder will es vielleicht nicht sagen.

Denn seine Erfahrungen, die er mit Ämtern, Behörden und anderen offiziellen Stellen machte, sind nicht besonders gut, weshalb er ihnen – wie er aus leidvoll gemachter Erfahrung durchblicken lässt – auch zutiefst misstraut. Man müsse heute höllisch aufpassen, was man sagt, ist Jung überzeugt, der sich seit der Trennung von seiner Frau, mit der er zwar nicht verheiratet war, aber mit der er zwei Kinder hat, auch in der Selbsthilfegruppe „Väter ohne Rechte“ engagiert.

Bis zur Zahnlosigkeit entschärft

Seitdem versuchte er auch die Anliegen dieser Gruppe in den Medien unterzubringen und tippte sich darüber – wohl nicht ganz uneigennützig – die Finger auf der Tastatur wund. „Sie glauben gar nicht, was man beispielsweise im Umgang mit einer Bezirkshauptmannschaft alles erlebt.

Auch andere Ungerechtigkeiten, nicht nur solche, die ihm persönlich widerfahren seien, habe er als Leser-Reporter einer Regionalzeitung zu thematisieren versucht, sagt Jung, doch sei er mit den meisten seiner Berichte abgeblitzt.
Andere hätte man bis zur Zahnlosigkeit entschärft. Übrig blieben harmlose G‘schichtln und schmückende Bilder von Sonnenblumen und Tauben.

Es reicht

„Ich habe versucht, die Dinge auf den Punkt zu bringen, aber das wollte man nicht“, sinniert Jung mit einem phlegmatischen Unterton im Linzer Café Traxlmayr, wo er von Tageszeitungen förmlich umzingelt ist.

Themen, die den Machern dieser Zeitungen gerade oder überhaupt nicht genehm sind, werden eben nicht veröffentlicht, sagt er mit einem bitteren Blick auf die zahlreich ausgelegten Journale. Deshalb werde er jetzt seine vor vier Jahren begonnene Tätigkeit als Leser-Reporter bei einem Regionalblatt beenden, konstatiert Bernhard.

Mehr Mut

Etwas mehr Mut und Zivilcourage hätte er sich von den Medienvertretern schon erwartet, auch wenn er zu ahnen glaubt, dass in deren Hintergrund politische Mächte und Kräfte lenken, gegen die unsereins keine Chance hat, um eigenen Anliegen wie auch den Anliegen von Anderen Gehör zu verschaffen.

„Die Menschen sind alle so eingeschüchtert“, klagt Jung, obwohl auch er selbst nicht gerade einen sehr kämpferischen, sondern eher frustrierten und zugleich auch leicht rebellischen Eindruck vermittelt. Irgendwie wirkt der 44-Jährige so als hätte man ihm schon alle Krallen gezogen. Dennoch will er noch kratzen. Irgendetwas, so sagt er, muss man doch machen…

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